VKD: "Bad Bank" zur Schließung von Kliniken ist eine Schnapsidee Nutzung der Chancen des Strukturfonds sollte im Vordergrund stehen

Berlin, d. 10. März 2016. Krankenhausträger sollen ihre nicht mehr zukunftsfähigen Klinikstandorte - nach Prüfung der Entbehrlichkeit für die örtliche Versorgung - an eine "Bad Bank" abgeben und von ihr abwickeln lassen, wie Prof. Dr. Boris Augurzky vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung RWI gestern auf dem Gesundheitskongress des Westens in Köln vorschlug. Aus Sicht des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) ist das eine Schnapsidee.

„Aufgrund der Verortung eines Krankenhauses in der Region ist eine ‚Bad Bank‘ kein Zukunftsmodell“, erklärt VKD-Präsident Dr. Josef Düllings. Schon der geplante Verkauf eines Krankenhauses an einen neuen Träger führe in den betreffenden Kommunen und Landkreisen häufig zu kritischen öffentlichen Diskussionen. Die Überführung eines Hauses in eine ‚Bad Bank‘, mit der die Abwicklung von vornherein feststeht, werde kaum zustimmungsfähig sein.
"Statt über immer neue Möglichkeiten für Krankenhausschließungen zu spekulieren, sollten sich alle Beteiligten zunächst auf die Umsetzung des für 2016 bis 2018 geschaffenen Strukturfonds konzentrieren. Nach 2018 wird dann zu bewerten sein, ob und inwieweit ein Strukturentwicklungsfonds ein effektives Instrument zur Zukunftssicherung der Krankenhausversorgung in Deutschland ist“, so der VKD-Präsident.
Angesichts der aktuellen Herausforderungen durch die immer älter werdende Bevölkerung, durch die erheblich gestiegene Zuwanderung, durch steigende Patientenzahlen in den Notfallambulanzen, müsse es viel mehr darum gehen, die Kliniken u.a. mit moderner Informationstechnologie und moderner Medizintechnik auszustatten sowie in die Erneuerung der baulichen Strukturen zu investieren. Mit Blick auf die anstehenden Wahlen in mehreren Bundesländern sollte kritisch hinterfragt werden, ob genug in die Modernisierung der Kliniken investiert wird und die Patientenversorgung damit auch in Zukunft sichergestellt ist.
“Ob ein Klinikstandort zukunftsfähig ist oder nicht, hängt nicht nur davon ab, wie wirtschaftlich er ist, sondern auch, ob er von der Bevölkerung gebraucht wird. Hier ist der Strukturfonds, der aus Sicht des RWI offenbar nur zur Schließung von Kliniken eingerichtet wurde, eine Möglichkeit, Strukturen tatsächlich zu modernisieren. Das ist es, was auch der VKD immer wieder vorschlägt. Ist ein Krankenhaus aber erst einmal geschlossen, wird es kein Zurück mehr geben – aber auch die nächste Grippewelle kommt bestimmt“, so der VKD-Präsident.

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