Berlin, 7. 12. 07. Leistungsorientierte Vergütungen für die Anbieter in der Gesundheitswirtschaft sowie eindeutige Rahmenbedingungen für die Investitionsfinanzierung und Regeln für die Implementierung des medizinischen Fortschritts forderte der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Heinz Kölking, gestern auf dem 3. Gesundheits- und industriepolitischen Kongress in Berlin.
Nicht mehr die Leistung des Einzelnen sei künftig bestimmend für die
Gesundheitswirtschaft, sondern die Zusammenführung ganz heterogener
Bausteine von Leistungen und Produkten. Die Komplexität wachse und
damit der Bedarf an umfassenden IT-Lösungen, so Kölking bezogen auf das
Thema der zweitägigen Veranstaltung im Haus der Deutschen Wirtschaft,
die sich mit Prozessoptimierung, eHealth und Vernetzung in der
Gesundheitswirtschaft beschäftigte. Allerdings übersteige der Bedarf
oft die finanziellen Möglichkeiten der Krankenhäuser. Wichtig sei
daher, sich gemeinsam mit Partnern aus der Industrie der Komplexität zu
stellen und mit ihnen zusammen nach Lösungen zu suchen.
Wichtig ist aber auch eine weitestgehende betriebliche Entscheidungs-
und Handlungsautonomie. Diese ist ein wesentliches Grundprinzip für ein
Modell künftiger Krankenhausfinanzierung, das von Peter Asché, Mitglied
des VKD-Präsidiums, vorgestellt wurde.
Ein wesentlicher
Teil der Diskussion von Teilnehmern aus Industrie, Krankenhäusern,
Beratungsunternehmen und Verbänden war die elektronische Vernetzung.
Während der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium Dr. Klaus
Theo Schröder, u.a. auf die europäische und industriepolitische
Dimension des Projekts elektronische Gesundheitskarte verwies, war die
Sicht der niedergelassenen Ärzte eher Praxis bezogen und kritisch. Dr.
Kuno Winn, Vorsitzender des Hartmannbundes, kritisierte, dass die
niedergelassenen Ärzte nicht wirklich einbezogen würden. Selbst in der
praktischen Erprobung seien sie eher Testobjekte.
Die
Vernetzung innerhalb der Krankenhäuser und der Datenaustausch mit den
Partnern sei eine große Herausforderung, erklärte Heinz Kölking. Aber
sowohl der medizinische als auch der administrative Bereich könnten
ohne sie den notwendigen Strukturwandel nicht meistern.