Berlin. Neuer Referentenentwurf, weiterhin Unklarheit über die finanziellen Hilfen für die Krankenhäuser.
Der jetzt in Umlauf gebrachte neue Referentenentwurf für den künftigen
Ordnungspolitischen Rahmen der Krankenhäuser aus dem Bundesministerium
für Gesundheit verabschiedet sich zwar von der stringenten Budgetierung
und kommt damit einer wichtigen Forderung der Klinikseite entgegen. Es
herrscht aber weiterhin Unklarheit darüber, wie den finanziell
angeschlagenen Kliniken in ihrer aktuellen Situation geholfen werden
soll.
Nach wie vor sollen die Tarifsteigerungen für 2008 und 2009
nur teilweise von den Krankenkassen übernommen werden. Wie groß dieser
Teil sein wird, bleibt ungewiss. Die Kliniken fordern aber eine
vollständige und auf Dauer angelegte Refinanzierung von
Tarifsteigerungen.
Wie bereits von der Deutschen
Krankenhausgesellschaft errechnet, wird die Einführung eines
Bundesbasisfallwertes bei den Fallpauschalen, so wie im
Referentenentwurf vorgeschlagen, den Kliniken eine Reduzierung der
Gesamtsumme um 100 Mio. Euro bescheren. Das kann nicht akzeptiert
werden, denn damit ist das (gewünschte?) Aus für weitere Krankenhäuser
vorprogrammiert.
Dass für die Investitionsfinanzierung künftig
Zuschläge auf die Fallpauschalen vorgesehen sind, ist grundsätzlich als
positiv zu bewerten. Da aber die Höhe der Zuschläge ebenfalls nicht
feststeht und der Bund die Länder eher nicht zwingen kann, sich auf
einheitliche Zuschläge festzulegen, ist auch hier keine wirkliche
Verbesserung zu erwarten.
Die deutschen Krankenhäuser sind durch
die über ein Jahrzehnt andauernde stringente Budgetierung, durch die
aktuellen Tarifsteigerungen sowie massive Preiserhöhungen in eine nie
dagewesene schwierige Situation geraten, die trotz des großen
Engagements der Mitarbeiter bereits auf die Patientenversorgung
durchschlägt. Die Politik, von der ein Großteil der Schwierigkeiten
maßgeblich mit verursacht wurde, reagiert darauf ein weiteres Mal mit
vagen Ankündigungen, von denen niemand weiß, in welcher Weise sie
konkretisiert werden und ob sie es dann in diesem Jahr noch durch das
Gesetzgebungsverfahren schaffen. Die aktuelle Situation der
Krankenhäuser ändert sich dadurch nicht.
„Das Aktionsbündnis
„Rettung der Krankenhäuser“, an dem auch der VKD als Partner beteiligt
ist, wird mit seiner Großdemonstration am 25. September in Berlin die
Politik mit Nachdruck an ihre Verantwortung für die Sicherung der
Patientenversorgung erinnern“, bekräftigt der Pressesprecher des
Verbandes, Dr. Rudolf Hartwig.