Newsletter KW 22: Bericht zur 62. VKD Jahrestagung

Bericht zur 62. VKD Jahrestagung | DKI/ VKD-Branchentreffen 2019 - Frühbucherrabatt bis 31.05.2019

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Jens Spahn: „Wir sind nicht die besseren Geschäftsführer“

Die Zeiten sind nicht einfach für Geschäftsführer deutscher Krankenhäuser. Gründe dafür gibt es viele. Einer davon ist das Verhalten der Krankenkassen und ihres Medizinischen Dienstes. Dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit dem Referentenentwurf für eine MDK-Reform „im Gepäck“ in die Jahrestagung des VKD kam, brachte ihm da erhebliche Sympathiepunkte. Wie geht es nach einem rasanten gesetzgeberischen Start weiter in der Gesundheitspolitik? Darüber wollte er die rund 200 Teilnehmer der zweitägigen Konferenz am 9. und 10. Mai in Berlin informieren. 

Zunächst aber nutzte VKD-Präsident Dr. Josef Düllings die Möglichkeit, in seinem Eröffnungsvortrag wesentliche Probleme der Krankenhäuser zu thematisieren und Forderungen und Vorschläge des Verbandes nicht nur den Teilnehmern, sondern auch dem Minister direkt vorzutragen.

Das Positive zuerst: Die Vorlage des Referentenentwurfs eines MDK-Reformgesetzes vom 2. Mai sei wie „Balsam auf die Wunden“. Damit habe der Bundesgesundheitsminister die Frage, wie es nun weitergehe, in einem ersten Aufschlag gut beantwortet, so Dr. Düllings. Die vorgesehene Abkopplung des MDK von den Krankenkassen sei schon länger vom VKD gefordert worden. Auch wenn wichtige Details noch zu diskutieren seien, bestehe die Chance, dass der Schiedsrichter wirklich Unparteiischer werde. Der Verband begrüße auch die geplante Begrenzung der maximal zulässigen Prüfungen mittels Obergrenzen für Prüfquoten. Eine Klarstellung der Unterscheidung zwischen Falschabrechnung und strittiger Versorgungsform müsse allerdings noch vorgenommen werden.

Dr. Düllings betonte in diesem Zusammenhang erneut, dass die Behauptung, 50 Prozent der Abrechnungen seien falsch, nicht stimmt. Er verwies auf eine Analyse der Daten des MDK Nordrhein durch Kaysers Consilium, wonach im Gegenteil über 96 Prozent der Abrechnungen korrekt sind. Der MDK stufe hier korrekte Abrechnungen als falsche Versorgungsform und damit als Falschabrechnung ein. So sei z. B. durch den Pflegekräftemangel im ambulanten Bereich und in der Reha eine zeitnahe Anschlussversorgung aktuell immer schwieriger zu organisieren. Das Krankenaus erbringe daher ersatzweise die notwendigen Pflegeleistungen. Diese im Sinne der Patienten entstehende Verweildauerverlängerung würden von den Kassen ungeachtet der Versorgungslage aber nicht vergütet. Zwar sehe der Referentenentwurf hier eine entsprechende Vorgabe vor, die der Verband allerdings in ihrer Wirksamkeit skeptisch beurteile.

v.ln.r: Dr. Falko Milski, Pressesprecher des VKD; Dr. Josef Düllings, Präsident des VKD; Bundesminister Jens Spahn; Dr. Gerald Gaß, Präsident der DKG; Quelle: VKD e.V.

Zur ambulanten Notfallversorgung – ein weiteres strittiges Thema – verwies Dr. Düllings darauf, dass sich in nicht wenigen Regionen Deutschlands nur noch 30 Prozent der Kassenärzte daran beteiligten. Patienten würden dadurch die Kliniken übermäßig in Anspruch nehmen. Positiv sei, dass die ambulanten Behandlungsmöglichkeiten im Krankenhaus erweitert werden sollen. Sie sollten aber nicht auf ambulante Operationen und stationsersetzende Maßnahmen begrenzt werden. „Der VKD will nicht, dass sich der ambulante Bereich auf Kosten der Krankenhäuser entlasten kann.“ Wie viele Kassenärzte nehmen bundesweit eigentlich noch an der Notfallversorgung teil? Die Antwort der KBV auf eine entsprechende Anfrage könne aufschlussreich sein.

Thema des Vortrags waren natürlich auch die Pflegepersonal-Untergrenzen. Gut gemeint, so Düllings. Sie würden aber die Probleme vor Ort weiter vergrößern. Sinnvoll wäre dann eher der von der DKG vorgeschlagene „Ganzhausansatz“.

Es gebe zwar positive Ansätze aus der Politik auch im Sinne der Krankenhäuser. Gleichzeit laufe jedoch die seit Jahrzehnten größte Branchenkrise. Erneut verwies der VKD-Präsident auf die fortschreitende „Mehr-Ebenen-Rabattmechanik“, die immer mehr Kliniken in die Pleite treibe: Volle Schatullen auf der Kassenseite, große Löcher in den Krankenhausbudgets.

Lösungen würden oft verhindert, weil Bundes-, Landes- und kommunale Ebene nicht an einem Strang zögen, so eine weitere Kritik. Die Länder lehnten sich entspannt zurück, Bürgermeister und Landräte stünden zum Teil auf der Bremse, wenn ein Krankenhaus den Mut zum Strukturwandel aufbringen würde. „Wir brauchen einen Masterplan deutsches Krankenhaus!“. Es wäre eine gute Idee, die Beratungen dazu in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe aufzunehmen, so der VKD-Präsident.  Weiterlesen»

Die Vorträge der 62. VKD-Jahrestagung finden Sie online im internen Mitgliederbereich der Verbandswebseite, www.vkd-online.de.

Die Jahrestagung 2020 wird in Wiesbaden stattfinden. Programm und Datum werden rechtzeitig bekanntgegeben.


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DKI/ VKD-Branchentreffen 2019 - Frühbucherrabatt bis 31.05.2019

Der Branchentreff des DKI und VKD hat sich als wichtiger und beliebter Branchen-Treffpunkt etabliert. Nutzen Sie auch dieses Jahr, um Ihre Einrichtung betriebswirtschaftlich und organisatorisch optimal auszurichten, und tauschen Sie sich hierüber im Kollegenkreis aus.

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Teilnehmergebühr

Gebühr: 695,00 € zzgl. MwSt.

Gebühr für Mitglieder des VKD oder der DEGEMED: 540,00 Euro zzgl. MwSt.

Frühbucher-Gebühr für Mitglieder des VKD bis 31.05.2019: 460,00 € zzgl. MwSt.

Psychiatrie-Branchentreff

Datum: 05.12.2019 | Ort: Novotel Düsseldorf 

Inhalt

  • Aktuelles aus der Selbstverwaltung und der Politik
  • Aktuelles aus der DKI-Forschung zur psychiatrischen Versorgung
  • Handlungsfeld Personal: Mindestvorgaben des G-BA zur Personalausstattung und die Novellierung der Psychotherapeuten-Ausbildung
  • Die aktuellsten Themen aus den Bereichen Finanzen, Strategie und Organisation

Das detaillierte Programm der Konferenz finden Sie hier Download.

Zielgruppe

Führungskräfte und Mitarbeiter aus psychiatrischen Einrichtungen oder Fachabteilungen sowie von Krankenkassen, Medizintechnik- und Pharma-Unternehmen, Verbänden und weiteren Institutionen aus dem Krankenhaus- und Gesundheitswesen

Weitere Informationen finden Sie unter:  www.dki.de/psychiatrie-branchentreff-2019

Reha-Wirtschaftstag

Datum: 10.12.2019 | Ort: Novotel Berlin Mitte 

Inhalt

  • Gesundheitspolitischer Ausblick 2020-2030: Gesetze, Initiativen, Reformen
  • Die Personalsituation in Rehabilitationseinrichtungen
  • Lösungsvorschläge zu aktuellen betriebswirtschaftlichen Herausforderungen für Rehabilitationskliniken

Das detaillierte Programm der Konferenz finden Sie hier Download.

Zielgruppe

Führungskräfte und Mitarbeiter aus Rehabilitationskliniken, von Kostenträger, Banken sowie sonstigen Einrichtungen aus dem Gesundheitswesen

Weitere Informationen finden Sie unter: www.dki.de/reha-wirtschaftstag

Krankenhaus-Branchentreff

Datum: 11.12.2019 | Ort: Novotel Berlin Mitte 

Inhalt 

  • Positionen zur aktuellen Krankenhauspolitik
  • Erfolgreiche Lösungsansätze zu aktuellen Handlungsfeldern im Krankenhaus
    • Auswirkungen des Pflegepersonalstärkungsgesetzes
    • Mindestbesetzungen aus Sicht der Krankenhaus-Geschäftsführung
    • Krankenhausstrukturfonds: Erkennen Sie die Möglichkeiten
    • Das MVZ am Krankenhaus
    • Geburtshilfe: Mangelnde Wirtschaftlichkeit und Personalmangel als Zukunftsperspektive?
    • Die koordinierte Inanspruchnahme von Notaufnahme am Krankenhaus und ärztlichem Bereitschaftsdienst
    • Digitale Transformation im Krankenhaus

Das detaillierte Programm der Konferenz finden Sie hier Download.

Zielgruppe

Führungskräfte und Mitarbeiter von Krankenhäusern sowie von Verbänden und weiteren Institutionen aus dem Krankenhaus- und Gesundheitswesen

Weitere Informationen finden Sie unter: www.dki.de/krankenhaus-branchentreff

Anmeldung und Organisation:

DKI-Seminarsekretariat

E-Mail: seminar@dki.de
Telefon: 0211 47051 16

Wir hoffen, die Informationen sind für Sie interessant. Im Anhang finden Sie den Newsletter auch als PDF-Datei.

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