40. Deutscher Krankenhaustag in Düsseldorf

VKD: Die Zukunft der Krankenhäuser beginnt mit der Lösung aktueller Probleme Berlin/Düsseldorf, d. 17. November 2017. "Zukunft ist etwas, das meist schon da ist, bevor wir damit rechnen" - Zitat eines Unbekannten, das viel Wahrheit enthält. Das zeigte auch der diesjährige, inzwischen 40. Deutsche Krankenhaustag in Düsseldorf mit dem Schwerpunktthema "Krankenhäuser in einer neuen Zeit".

VKD: Die Zukunft der Krankenhäuser beginnt mit der Lösung aktueller Probleme

Berlin/Düsseldorf, d. 17. November 2017. „Zukunft ist etwas, das meist schon da ist, bevor wir damit rechnen“ – Zitat eines Unbekannten, das viel Wahrheit enthält. Das zeigte auch der diesjährige, inzwischen 40. Deutsche Krankenhaustag in Düsseldorf mit dem Schwerpunktthema „Krankenhäuser in einer neuen Zeit“. Die gute Zukunft der Krankenhäuser erfordert zunächst einmal Lösungen für die Herausforderungen und Probleme der Gegenwart. „Diese sind meist nicht von heute auf morgen entstanden. Vor allem die Politik hat hier vieles immer wieder auf die lange Bank geschoben nach dem Motto Mark Twains‚ verschiebe nicht auf morgen, was auch auf übermorgen verschoben werden kann“, kommentiert der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Dr. Josef Düllings. „Der Blick in die Zukunft erfordert auch, hier keine weiteren Verschiebungen zuzulassen. Dafür haben wir als Verband der Krankenhausmanager uns in Düsseldorf einmal mehr stark gemacht und unsere Vorschläge eingebracht.“

Die vier Tage in Düsseldorf – vom 13. bis zum 16. November – waren vollgepackt mit Informationen, Debatten, individuellen Gesprächen, die vor allem eines wieder deutlich machten: Die Gegenwart ist voller Baustellen, doch die Zukunft der Krankenhäuser zeigt sich ebenfalls schon an vielen Ecken und Enden. „Wir wissen, dass nicht alles, was wünschenswert scheint, auch sofort machbar und durchsetzbar ist. Wir dringen aber auch darauf, dass die flächendeckende stationäre Versorgung nicht durch falsche politische Entscheidungen oder das Ignorieren von Problemen aufs Spiel gesetzt wird“, sagte VKD-Präsident Dr. Josef Düllings in der Eröffnungsveranstaltung des wichtigsten Kongresses der deutschen Krankenhäuser. Es gehe dem Krankenhausmanagement nicht um Aktionismus, sondern um die richtigen Weichenstellungen. Er forderte die Politik auf, mit den Praktikern vor Ort gemeinsam nach guten und vor allem machbaren Lösungen zu suchen.

Diskussionen zum Brennpunkt Notaufnahme

Darauf waren auch die vom VKD selbst organisierten Veranstaltungen gerichtet, wie das VKD-Forum mit Work Café – ein Format aus kurzen Expertenvorträgen und anschließenden Gesprächen in kleinen Kreisen. In diesem Jahr war es die ambulante Notaufnahme, die von vielen Krankenhäusern als ein Brennpunkt erlebt wird. Mehr als 10 Millionen ambulante Notfallpatienten werden jährlich in den Notaufnahmen der Krankenhäuser versorgt. Die Kliniken erledigen dabei einen Großteil der Hausaufgaben des vertragsärztlichen Bereichs. Viele Häuser haben ihre Notaufnahmen dafür personell, organisatorisch, räumlich und technisch bereits ausgerüstet – obwohl das Geld hier den Leistungen bei Weitem nicht folgt. Das verursacht deutlich messbare wirtschaftliche Probleme, die viele Teilnehmer drückten.

Es ging ihnen aber nicht nur ums Geld. Es ging ihnen vor allem auch um die Neuorganisation der Notfallversorgung, damit diese in der Zukunft noch Flächen deckend für die Patienten zur Verfügung stehen kann. Den Sicherstellungsauftrag für die ambulante Notfallversorgung haben derzeit die Kassenärztlichen Vereinigungen. Sie pochen darauf, sie können ihn aber nicht umsetzen. Die Anker auch der ambulanten Notfallversorgung sind inzwischen die Krankenhäuser. Das ist die Realität, die ausschlaggebend ist. Der Sicherstellungsauftrag muss den Krankenhäusern übertragen werden – hier sind die Zentralen der Notfallversorgung, war man sich in den Diskussionen einig. Sie sind auch in der Lage, die anderen Leistungserbringer je nach Region und Notwendigkeit - niedergelassene Ärzte und Rettungsdienste - einzubinden. „Und die Finanzierung muss dann der Leistung natürlich entsprechen“, erklärte Dr. Falko Milski, Pressesprecher des VKD.

Digitalisierung – ein Top-Thema des VKD

Die Zukunft der Krankenhäuser ist digital. Daran besteht kein Zweifel mehr. Digitalisierung war daher eines der Top-Themen des Krankenhaustages. Der VKD versteht sich in diesem Prozess seit mehr als zehn Jahren als einer der Vorreiter. Gemeinsam mit IT-Unternehmen und Beratern wird im Rahmen der Entscheiderfabrik – hier geht es um Unternehmenserfolg durch optimalen IT-Einsatz – jährlich an wichtigen Projekten gemeinsam gearbeitet. Die Entscheiderfabrik hatte ihr Areal in Messehalle 15 auch in diesem Jahr wieder in Sichtweite des VKD-Standes. Vorträge, Diskussionen, der schon traditionelle Termin „Meet IT“ gemeinsam mit der Messe Düsseldorf, ermöglichte neue Erkenntnisse, Kontakte, neue Ideen für das kommende Jahr – alles auf kurzem Weg zueinander. Erfahrungsaustausch in seiner besten Form erlebten die Teilnehmer der Kongressveranstaltung, in der Erfahrungen und Ergebnisse der Projektgruppen aus Krankenhäusern, IT-Firmen und Beratungsunternehmen vorgestellt wurden. Spannend war aber wieder auch der Wettbewerb um den Start Up & Young Professional-Preis der Entscheiderfabrik.

Dass Digitalisierung der Kliniken keine nur auf Deutschland bezogene Herausforderung darstellt, und wie man in anderen Ländern der EU an sie herangeht, zeigte dann die vierteEuropean Hospital Conference, in der die Chancen und Risiken von E-Health in den verschiedenen Ländern der EU diskutiert und praktische Beispiele vorgestellt wurden. Auch hier brachte der VKD sich mit seinen Ideen und Vorstellungen ein.

„Welche großen Möglichkeiten die Digitalisierung bietet, zahlreiche Probleme der Krankenhäuser zu bewältigen, haben diese Veranstaltungen deutlich gezeigt. Gleichzeitig wurde aber auch klargestellt, dass es dabei um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe geht, um die Infrastruktur von morgen, deren Finanzierung nicht den Krankenhäusern allein aufgebürdet werden kann. Hier forderte unser Verband auch in Düsseldorf einen gesellschaftlichen Kraftakt. Nur so werden wir diesen Flächen deckend notwendigen Quantensprung in die digitale Welt tatsächlich in den nächsten Jahren bewältigen“, erklärte Peter Asché, Vizepräsident des VKD und im Präsidium zuständig für das Thema IT.

Rund 2000 Besucher

Der 40. Deutsche Krankenhaustag war in diesem Jahr Diskussions- und Informationsplattform für rund 2000 Besucher aus allen Bereichen des Gesundheitswesens, vor allem aber aus den Krankenhäusern. Wie in jedem Jahr stieß die Veranstaltung zur Weiterentwicklung des Fallpauschalensystems auf sehr große Resonanz. Es ging aber auch um Qualitätssicherung, Fachkräftemangel, Pflegeausbildung, Patientenzufriedenheit sowie zahlreiche andere Themen.

Diskussionen und Gespräche unter Kollegen, mit Kooperationspartnern und vielen an der Verbandsarbeit Interessierten fanden auch am Stand des VKD statt. „Wir sind sehr zufrieden damit, dass wir wieder Treffpunkt – und auch Ruhepunkt - im Getriebe der Messe und des Krankenhaustags waren“, sagt VKD-Geschäftsführerin Gabriele Kirchner. „An den vier Tagen haben wir hier am Stand etliche hundert Besucher begrüßen können. Worüber wir uns besonders gefreut haben, waren die vielen Studierenden, die sich für die Ziele und die Arbeit des VKD interessiert und uns viele Fragen gestellt haben.“

Der Klinikkongress im Rahmen der weltgrößten Medizinmesse Medica ermöglichte den Teilnehmern des Krankenhaustags außerdem, sich für ihre Häuser an Ort und Stelle auch über Produkte, Innovationen, Dienstleistungen zu informieren. Die Messe zählte insgesamt 123.500 Fachbesucher, darunter mehr als 60 Prozent internationale Besucher aus 130 Nationen. 5.100 Aussteller aus 66 Nationen präsentierten ihre Angebote, wie die Messegesellschaft ebenfalls zufrieden mitteilte.

Der 41. Deutsche Krankenhaustag findet vom 12. bis zum 15. November 2018 statt – ebenfalls wieder im Rahmen der Medica in Düsseldorf.

Mitgliederversammlung und Wahl des Präsidiums

Am Abend des zweiten Kongresstages fand die jährliche Mitgliederversammlung des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands statt. Die Teilnehmer wählten das Präsidium ihres Verbandes neu. Einstimmig sprachen sie sich für die bisherigen Präsidiumsmitglieder aus – ein Vertrauensbeweis für die bisherige Arbeit des Gremiums unter Präsident Dr. Josef Düllings. Es gab lediglich eine Veränderung: Der bisherige Vizepräsident, Dr. Ralf-Michael Schmitz, stellte sich aus beruflichen Gründe nicht mehr zur Wahl. Er wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Für ihn wurde Andreas Schwab aus Erbach, ebenfalls einstimmig, neu ins Präsidium gewählt.

Das neue Präsidium:

Dr. Josef Düllings, Paderborn, Peter Asché, Aachen, Bernd Decker, Mainz, Angela Krug, Strausberg, Dr. Falko Milski, Ribnitz-Damgarten, Martin Schmid, Marktredwitz, Andreas Schwab, Erbach.

Hintergrund

Der Deutsche Krankenhaustag findet jährlich im November im Rahmen der weltgrößten Medizinmesse Medica in Düsseldorf stat. Veranstalterin ist der Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag (GDK), zu der sich Deutsche Krankenhausgesellschaft, Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands und Verband der leitenden Krankenhausärzte zusammengeschlossen haben. Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.