VKD: Länder müssen mehr Studienplätze für Medizin bereitstellen

Berlin, d. 21. Dezember 2017. Ein Einser-Abitur ist noch keine Garantie dafür, dass ein junger Mensch tatsächlich das Zeug hat, ein guter Arzt zu werden. Das Bundesverfassungsgericht hat entschieden, den Numerus Clausus für das Medizinstudium auszusetzen. Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) begrüßt das. Seit langem weist der VKD darauf hin, dass nicht nur die Abiturnote, sondern andere Kriterien ebenfalls sehr wichtig sind. Wir brauchen nicht nur Forscher. Wir brauchen die Mediziner, die sowohl fachlich wie persönlich für diesen verantwortungsvollen Beruf geeignet sind.

„Dass sich am Auswahlverfahren nach dieser Gerichtsentscheidung nun künftig vieles ändern wird, ist eine gute Botschaft“, bekräftigt der Pressesprecher des VKD, Dr. Falko Milski. „Damit erhalten nun die Universitäten, die ihr Zulassungssystem bereits eigenständig reformiert haben, endlich die Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein. Hier sollte man sich künftig an den zukunftsweisenden Auswahlkriterien orientieren und diese zum Maßstab für einen Standard machen. Das allein wird jedoch nicht reichen, weil dadurch die Anzahl der Studienplätze nicht automatisch größer wird.“ Hier seien die Länder in der Pflicht, mehr Möglichkeiten zu schaffen. „Medizinstudienplätze sind teuer, aber hier ist Aufstockung auf jeden Fall notwendig.“ fordert der Pressesprecher.

Die heutigen Studienplatzkapazitäten – jedes Jahr werden rund 10.600 Studierende zugelassen - haben sich seit 25 Jahren nicht wesentlich verändert. Schon damals gab es zu wenige, denn nach der deutschen Wiedervereinigung sind die rund 5000 Medizinstudienplätze der DDR weitestgehend unter den Tisch gefallen. Darauf verwies schon 2015 Andreas Botzlar, 2. Vorsitzender des Marburger Bundes (MB), bei der Vorstellung des Positionspapiers zur Reform des Medizinstudiums der Ärztegewerkschaft. Es gab demnach vor 25 Jahren eine deutliche Reduktion der Kapazitäten.

Der VKD erwartet, dass nun auch die Bundesländer reagieren und endlich Möglichkeiten schaffen, mehr Medizinstudienplätze anzubieten, um die empfindliche Lücke zu füllen, die dadurch, aber auch durch die Entwicklungen der vergangenen Jahre in der Gesundheitsversorgung, entstanden ist.