VKD: Kliniken benötigen Reservekapazitäten für Notsituationen

Grippewelle

Berlin, d. 5. März 2018. Die Deutschlandkarte der Arbeitsgemeinschaft Influenza am Robert-Koch-Institut (RKI) zeigt sich fast durchgängig in Rot. Die diesjährige Grippewelle ist auf ihrem Höhepunkt. Die zehnte Grippewoche ist angebrochen, die Arztpraxen sind voll. Auch viele Krankenhäuser arbeiten am Limit – zumal die eigenen Belegschaften natürlich auch nicht verschont bleiben.

„Wir sehen in diesem Jahr erneut, dass solche und andere Ereignisse nicht nur eine flächendeckende Krankenhausversorgung erfordern. Für Infektionswellen, Epidemien oder gar Katastrophen mit vielen Erkrankten oder Verletzten werden Reservekapazitäten benötigt. Eine stetig weiter reduzierte Zahl von Klinikbetten und Krankenhäusern, wie es die Krankenkassen immer wieder fordern, hätte diese Reserven nicht“, sagt die Geschäftsführerin des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Gabriele Kirchner. „Wir sehen, wie schnell schon heute in einer Reihe von Häusern die Belastungsgrenzen erreicht werden. Vereinzelt können Kliniken derzeit keine neuen Patienten mehr aufnehmen.“

Ständig neu die Reduzierung von stationären Kapazitäten zu fordern sei fahrlässig und unverantwortlich. Die Bevölkerung habe ein Recht auf eine funktionierende Infrastruktur, zu der die Krankenhäuser als Anker der medizinischen Versorgung vor allem auch in brisanten Situationen gehören.

Die gegenwärtige Grippewelle zeige zudem erneut das Dilemma der stationären Notfallversorgung – eine Situation, die durch neu geplante rigide Regelungen des Gemeinsamen Bundesausschusses in diesen Tagen nochmals verschlimmert werden könne. Treten diese in Kraft, müsste ein Teil der Notaufnahmen demnächst die Türen schließen. Eine entsprechende Folgenabschätzung durch die Deutsche Krankenhausgesellschaft demonstriere das gerade. Auch angesichts der aktuellen Situation müsse hier nochmals nachgedacht werden.