Notfallversorgung - so nicht!

Eine Schwächung der Krankenhausversorgung ist völlig inakzeptabel

Eine Schwächung der Krankenhausversorgung ist völlig inakzeptabel

Berlin, d. 15. März 2018. Ein neues Regelwerk für eine gestufte stationäre Notfallversorgung sollte es werden. Was der damit beauftragte Gemeinsame Bundesausschuss nun nach immerhin zwei Jahren Vorbereitungszeit vorlegt, löst allerdings in den Krankenhäusern Ärger aus. „Dieses Regelwerk stellt keine Lösung dar, sondern wird die Probleme weiter deutlich verschärfen“, konstatiert der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Dr. Josef Düllings.

Die Notwendigkeit von Veränderungen liegt angesichts oft überfüllter Notfallambulanzen, gerade auch jetzt in der aktuellen Grippewelle, mehr als deutlich auf der Hand. Das wird von allen Beteiligten – und erfreulicher Weise auch von der Politik – ähnlich gesehen. Der Verband der Krankenhausmanager plädiert aber dringend dafür, die Versorgungsrealitäten bei allen Verbesserungsvorhaben nicht zu vergessen, sich vor allem in die Schuhe der Patienten zu stellen und die Auswirkungen neuer Regelungen gründlich abzuschätzen. „Es ist doch ganz simpel: Nötige Veränderungen müssen zu einer Stärkung, nicht zu einer Schwächung der Krankenhausversorgung führen“, so VKD-Präsident Dr. Josef Düllings.

„Wir alle sollten uns als Lobbyisten der Patienten verstehen und so handeln“ mahnt der VKD-Präsident. „Die neuen Regelungen werden ganze Flächenregionen von einer wohnortnahen Notfallversorgung abschneiden. Viele Krankenhäuser, die heute eine Basis-Notfallversorgung leisten, drängt man mit Übertragung finanzieller Handicaps heraus. Sie werden die überzogenen Anforderungen nicht umsetzen können. Wenn sie dennoch Patienten, die zu ihnen kommen, behandeln, fehlt ihnen die Vergütung. Doch nicht nur die Notfallversorgung durch die Krankenhäuser wird gefährdet, denn auch die Rettungsdienste, die Aus- und Weiterbildung der Notfallsanitäter sowie die ambulanten Bereitschaftsdienste und deren Praxen sind davon betroffen. Der Gemeinsame Bundesausschuss hebelt hier mit einem Schlag wichtige Teile der Landeskrankenhausplanungen aus, für die allein die Länder zuständig sind.“

Wenn diese Regelungen so, wie sie nun vorgelegt wurden, umgesetzt werden, wäre das für die Menschen gerade in ländlichen Regionen ein Desaster. Sie vertrauen bisher noch auf eine funktionierende Gesundheitsversorgung. Dieses Vertrauen würde dann massiv erschüttert. Nicht nur, weil ihre Notaufnahme schließt, sondern weil die ganze Notfallkette nicht mehr funktioniert. Der Verband der Krankenhausmanager fordert daher, dieses Notfallkonzept auf keinen Fall umzusetzen. Der GBA hat hier seine Hausaufgaben noch nicht erledigt. Auch für den obersten Qualitätshüter sollte Qualität als Maßstab gelten. So geht es jedenfalls nicht.

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