VKD auf dem 41. Deutschen Krankenhaustag in Düsseldorf

Wir nutzen diese Plattform intensiv zur Diskussion unserer Themen

Berlin/Düsseldorf, d. 15. November 2018. Vier spannende Tage im Herbst: Der 41. Deutsche Krankenhaustag vom 12. bis zum 15. November in Düsseldorf bot erneut eine Plattform für Diskussionen, Erfahrungsaustausch, Foren, interessante Vorträge und Vorschläge. Rund 2150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Krankenhäusern, Krankenkassen, Politik hatten reichlich Gelegenheit, sich zu informieren, miteinander ins Gespräch zu kommen. Gesundheitsversorgung als Gemeinschaftsaufgabe – darum ging es im Hauptthema der wichtigsten Kommunikationsplattform des Jahres für den Krankenhausbereich. Eines der wichtigen Themen auch für die Mitglieder des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), die nach Düsseldorf gekommen waren.

Den ersten Aufschlag machte dabei Dr. Josef Düllings, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands und in diesem Jahr auch Präsident des Krankenhaustages. „Unsere Position ist ganz klar: Gesundheitsversorgung ist definitiv eine Gemeinschaftsaufgabe,“ erklärte er. In der Eröffnungsveranstaltung verwies er u.a. - auch in Richtung des anwesenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn – darauf, dass die Krankenhäuser „durch externe Vorgaben wieder in einen Strudel einer sich verstärkenden Unterfinanzierung“ gekommen seien. Dazu gehöre die seit Jahren kulminierende Tarif-Unterfinanzierung, die seit zwei Jahrzehnten massive Unterfinanzierung der Investitionskosten durch die Länder, die zunehmenden Aufgaben in der ambulanten Versorgung durch Ausdünnung der haus- und fachärztlichen Versorgung. Aktuell besonders schwierig werde die Situation vieler Kliniken durch die seit zwei Jahren massiv angestiegenen Vergütungsrückholaktionen der Krankenkassen nach dem Motto „Leistung, ja, Bezahlen, eigentlich lieber nicht“. Gerade dieser letzte Punkt führe nach seinem Eindruck inzwischen nicht wenige Häuser in die Insolvenzgefährdung.

Dass dieses Problem offenbar bereits im Bundesgesundheitsministerium angekommen ist, wurde in der Rede von Jens Spahn deutlich, der den Krankenhaustag offiziell eröffnete. Er lobte die Kliniken als Rückgrad der Versorgung und forderte alle Beteiligten zur Kooperation mit Blick auf die Pflegesituation und die schnellere Umsetzung von Digitalisierungsprojekten auf. Er kritisierte aber auch solche Krankenkassen scharf, die bei der Überprüfung von Krankenhausrechnungen noch vor Inkrafttreten der neuen gesetzlichen Regelungen zur Abrechnung der Schlaganfallversorgung Tausende von Klagen bei den Sozialgerichten eingereicht haben, um sich Vergütungen zurückzuholen. Sie seien „mit Irrsinn, Starrsinn und Wahnsinn unterwegs“.

„Für unseren Verband ist der Deutsche Krankenhaustag ein wesentliches Ereignis, das wir aktiv mitgestalten“ betont VKD-Pressesprecher Dr. Falko Milski. „Wir nutzen dieses große Forum intensiv, um für unsere Themen und Vorschläge zu werben, Kritik an Fehlentwicklungen zu äußern und darüber mit Kollegen, Partnern und Politikern zu diskutieren. Viele unserer Mitglieder sind regelmäßig mit dabei. Mitglieder unseres Vorstands und Präsidiums sind Referenten und Moderatoren einzelner Veranstaltungen, bringen hier die Sicht des Krankenhausmanagements, die Sicht der Praktiker auf die Herausforderungen und Probleme, mit ein. Gut nachgefragt war wieder das VKD-Forum, in dem es immer um ganz spezifische Herausforderungen für das Management geht.“

Maßgeblich beteiligt sind die Krankenhäuser an den Projektgruppen, die im Rahmen der Entscheiderfabrik die Ergebnisse ihrer Arbeit an den IT-Schlüsselthemen des Jahres präsentieren. Das deutsche Gesundheitswesen kommt an der umfassenden Digitalisierung nicht vorbei. Der VKD engagiert sich seit mehr als zwei Jahrzehnten für Digitalisierungsprojekte. Die flächendeckende Digitalisierung sei aber ein Großprojekt, das einen Masterplan und eine staatliche Finanzierung brauche, so eine Forderung des Managerverbandes.

Im Krankenhaus-Träger-Forum ging es um die Herausforderungen durch die künftigen Versorgungsstrukturen. VKD-Präsident Dr. Josef Düllings kritisierte hier, es verstärke sich der Trend, über Vorgaben zur Strukturqualität eine Strukturbereinigung zu erreichen. Der Eindruck in den Kliniken sei inzwischen, dass die um sich greifende Checklistenmedizin nicht das Ziel habe, tatsächlich Qualität zu verbessern. Qualität entstehe nicht dadurch, dass sich Ärzte und Pflegende primär mit der Patientenakte beschäftigten, sondern dadurch, dass sie sich um die Patienten kümmerten.

VKD-Geschäftsführerin Gabriele Kirchner zog ein positives Fazit auch der Aktivitäten am Medica-Stand des VKD: „Wir sind mit der Resonanz sehr zufrieden. An unserem Stand haben viele unserer Mitglieder Station gemacht. Wir konnten zahlreiche Gäste von anderen Verbänden, von Kooperationspartnern sowie Industrievertreter begrüßen. Auch unser Informationsmaterial wurde stark nachgefragt.“

Dass der Deutsche Krankenhaustag immer im Rahmen der weltgrößten Medizinmesse Medica stattfindet, ist ein weiterer Anreiz für viele Krankenhausmanager, sich die Tage im November für die Reise nach Düsseldorf freizuhalten. Das Angebot der 5.273 Aussteller aus 66 Nationen war dem Fazit der Messegesellschaft zufolge in diesem Jahr so umfangreich und international wie niemals zuvor. Einen besseren Überblick über Angebote und Innovationen aus der gesamten Versorgungskette gibt es nirgendwo anders. Mehr als 120.000 Besucher haben die MEDICA in diesem Jahr besucht.

Der 42. Deutsche Krankenhaustag findet im Rahmen der Medica vom 18. bis 21. November 2019 in Düsseldorf statt.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Kommunikationsplattform für die deutschen Krankenhäuser. Er findet jährlich im Rahmen der Medica statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, die Großveranstaltung auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützen. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.