Veränderungen der Kliniklandschaft mit Blick auf die Patientensicherheit gestalten

Berlin, d. 16. September 2019. Rund 20 Millionen Patienten werden jährlich in deutschen Krankenhäusern stationär behandelt. Für ihre Sicherheit zu sorgen und die Qualität unserer Arbeit in allen Bereichen stetig zu verbessern, ist normatives Leitprinzip unserer Arbeit“, betont Dr. Josef Düllings, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) anlässlich des morgigen Welttags der Patientensicherheit.

Der Managerverband unterstützt das Aktionsbündnis Patientensicherheit, das sich seit rund 15 Jahren dafür einsetzt, aus Fehlern zu lernen, denn es gibt trotz der bereits erreichten hohen Behandlungsqualität in vielen Bereichen immer noch Verbesserungsmöglichkeiten.

Es gehe um eine gelebte Sicherheitskultur, die es für alle Mitarbeiter zur Selbstverständlichkeit werden lässt, aus Beinahe-Fehlern und kritischen Ereignisse zu lernen, das Verhalten und Agieren im Team in schwierigen Situationen regelmäßig zu trainieren, untereinander und mit den Patienten so zu kommunizieren, dass keine Missverständnisse entstehen, um Fehlermeldesysteme, aber auch um die Sicherheit der Patientendaten im digitalisierten Krankenhaus“, so der VKD-Präsident.

Das Tempo der Umbrüche in der Krankenhauslandschaft nimmt zu. Kliniken fusionieren, Zentren werden gegründet, die Digitalisierung nimmt Fahrt auf – all das erfordert, Qualitätssicherung neu zu justieren und Veränderungen immer mit Blick auf die Patientensicherheit vorzunehmen. Dass dies gelingt – wenn auch unter schwierigen wirtschaftlichen und oft auch personellen Bedingungen - demonstrieren die jährlich erhobenen Daten der externen Qualitätssicherung.

Dabei macht es die Politik den Krankenhäusern nicht unbedingt leicht. Der VKD verweist als ein Beispiel auf die seit einem Jahr geltenden, von Bundesgesundheitsminister Spahn willkürlich festgelegten Personaluntergrenzen für die Pflege in vier sensitiven Bereichen. Sie haben nachweislich zur Schließung von Betten, Intensivstationen und Reduzierung von Notfallkapazitäten geführt – aber offensichtlich nicht zu einem Umdenken in Berlin, da die Regelung auf weitere Bereiche ausgedehnt werden soll. „So etwas nützt den Patienten nicht, sondern verhindert gegebenenfalls schnelle Hilfe. Das verstehe, wer will. Es gibt hier sinnvollere und besser umsetzbare Möglichkeiten“, erklärt VKD-Geschäftsführer Dr. Jens-Uwe Schreck.

Viel Krankenhäuser werden sich auch in diesem Jahr am Aktionstag der Patientensicherheit mit vielen unterschiedlichen Aktivitäten beteiligen. Erstmals wird auch weltweit auf das Thema aufmerksam macht.

Der VKD gehört zu den Unterstützern des APS. Er engagiert sich als Verband seit Jahren für Qualitätsprojekte, aktuell u.a. auch für das „EMPAIA - Ecosystem for Pathology Diagnostics with AI Assistance” zur Förderung der digitalen Pathologie und KI-basierten Diagnostik – bei dem es um einen wesentlichen Aspekt der Qualitätssicherung und damit der Patientensicherheit geht. Demnächst wird die Patientensicherheit auch in einem Schwerpunktthema der jährlich erscheinenden VKD-Praxisberichte thematisiert.

Hintergrund

Am morgigen 17. September begeht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den ersten Welttag der Patientensicherheit. Vorbild dafür sind die vom Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) seit 2015 alljährlich durchgeführten Aktionstage. Selbst in entwickelten Ländern wie Deutschland geht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) davon aus, dass 15 Prozent aller Aktivitäten und damit auch Kosten im Krankenhaus für die Behandlung der Folgen unzureichender Patientensicherheit zurückgehen. Der Tag der Patientensicherheit soll das Thema stärker in das Bewusstsein rücken und alle Kräfte mobilisieren, Fehler und Schäden zu vermeiden, bevor Patienten betroffen sind, so das ASP.