42. Deutscher Krankenhaustag sendet kritische Signale

VKD warnt: Nötige Strukturveränderungen nicht über Pleiten regeln

Berlin/Düsseldorf, den 22. November 2019. „Krankenhäuser im Reform-Marathon“ – das Generalthema des diesjährigen 42. Deutschen Krankenhaustags trieb die rund 2 000 Teilnehmer um. Es prägte Veranstaltungen und Diskussionen der wichtigsten jährlichen Kommunikationsplattform für den Krankenhausbereich. Die vier Konferenztage im November, - in diesem Jahr vom 18. bis 21.11. - stets parallel zur weltgrößten Medizinmesse in Düsseldorf, sind auch für das Management, für die Mitglieder des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), ein wichtiger Termin im Kalender.

Ist die gesetzgeberische Hyperaktivität der Politik positiv? Oder ist sie – im Gegenteil – vielfach negativ für die Kliniken, ihre Mitarbeiter und die Patienten? VKD-Präsident Dr. Josef Düllings sprach vielen Mitgliedern in der Eröffnungsveranstaltung aus der Seele, als er erklärte: „Was wir als VKD aus dem Blick der Praxis erleben, ist nicht ein Versagen der Krankenhausbranche, sondern ein Politikversagen auf Bundes- und Landesebene mit Verstößen gegen das Krankenhausfinanzierungsgesetz.“ Von einer wirtschaftlichen Sicherung der Krankenhäuser könne nicht mehr die Rede sein.

Aus vielen kleinen und größeren Krisen sei eine Systemkrise geworden, vor der der VKD bereits vor mehr als zwei Jahren gewarnt und Vorschläge dafür unterbreitet habe, wie diese zu verhindern sein würde. „Wir wissen, dass Strukturveränderungen notwendig sind. Was wir aber aktuell erleben, sind Pleiten.“ Dabei sei die Qualität der Krankenhausversorgung nachweislich in den letzten Jahren nicht nur weiter verbessert worden, sondern die Häuser hätten außerdem zunehmend Versorgungsaufgaben anderer Dienstleister übernehmen müssen. Auf das Generalthema des Krankenhaustages bezogen erklärte er, die Krankenhäuser seinen Symptomträger eines kranken Systems. In dieser Situation seien gesetzgeberische Nachbesserungen nicht sinnvoll. „Notwendig ist der Mut, sich von inzwischen untauglich gewordenen Gesetzen, Regelungen und Instrumenten zu trennen. Es fehlt aber bisher ein Masterplan für eine zukunftsfeste Gesundheitsversorgung. Wir sind an einem Punkt, an dem wir einen Weg zurück zu unseren eigentlichen Aufgaben und zu einer Verminderung der Komplexität unseres Gesundheitssystems finden müssen.“

„Als Mitglied der Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag gestaltet der VKD den Deutschen Krankenhaustag aktiv mit“, so VKD-Pressesprecher Dr. Falko Milski. „Er ist für unseren Verband ein wichtiges Forum, unsere Themen mit Kollegen, Partnern und Politikern zu diskutieren, für unsere Vorschläge zu werben. Dass unsere Kritik am Regierungshandeln von vielen Teilnehmern aus den Krankenhäusern unterstützt wird, war auch am Beifall für das Statement von Dr. Düllings in der Eröffnungsveranstaltung deutlich zu erkennen.“

Mitglieder des Vorstands und Präsidiums des VKD engagierten sich auch in diesem Jahr in verschiedenen Veranstaltungen als Referenten und Moderatoren und brachten hier ebenfalls die Sicht des Krankenhausmanagements, die Sicht der Praktiker, auf die Herausforderungen und Probleme der Kliniken mit ein. Gut nachgefragt war wieder das VKD-Forum, in dem es um das brandaktuelle Thema sichere Kommunikationsplattformen ging. Maßgeblich beteiligt sind die Krankenhäuser an den Projektgruppen, die im Rahmen der Entscheiderfabrik die Ergebnisse ihrer Arbeit an den IT-Schlüsselthemen des Jahres präsentierten. Der VKD engagiert sich seit vielen Jahren für Digitalisierungsprojekte.

VKD-Geschäftsführer Dr. Jens-Uwe Schreck zog ein positives Fazit auch der Aktivitäten am Medica-Stand des VKD: „Obwohl wir in diesem Jahr nicht unseren traditionellen Standort in Halle 15 belegen konnten, sind wir mit der Resonanz zufrieden. Viele unserer Mitglieder haben nach dem Gang durch die Messehallen hier Station gemacht. Wir konnten wieder Gäste von anderen Verbänden, von Kooperationspartnern sowie Industrievertreter begrüßen.“

Dass der Deutsche Krankenhaustag immer im Rahmen der weltgrößten Medizinmesse Medica stattfindet, ist ein weiterer Anreiz für viele Klinikmanager, sich die Tage im November für die Reise nach Düsseldorf freizuhalten. Die Messegesellschaft vermeldet eine Spitzenbeteiligung von gut 5 500 Ausstellern aus 69 Nationen und 121 000 Fachbesucher mit Entscheidungskompetenz aus 170 Nationen. Einen besseren Überblick über Angebote und Innovationen aus der gesamten Versorgungskette gibt es nirgendwo anders.

Der 43. Deutsche Krankenhaustag findet im Rahmen der Medica vom 16. bis 19. November 2020 in Düsseldorf statt.

Der Deutsche Krankenhaustag ist die wichtigste Kommunikationsplattform für die deutschen Krankenhäuser. Er findet jährlich im Rahmen der Medica statt. Die Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK) hat die Aufgabe, die Großveranstaltung auszurichten sowie Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Symposien durchzuführen, zu fördern und zu unterstützen. Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft christlicher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.