"Beste Qualität" - das sollte auch für die Politik gelten - Zur Eröffnung des 37. Deutschen Krankenhaustags fordert VKD-Präsident Düllings eine grundlegende Krankenhausreform Pressemitteilung

Berlin/Düsseldorf, d. 12. November 2014. "Beste Qualität hat ihren Preis. Warum sollte dieses Prinzip in der Krankenhausbranche außer Kraft gesetzt sein?" In seiner Eröffnungsrede zum 37. Deutschen Krankenhaustag heute in Düsseldorf erklärte der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Dr. Josef Düllings, gerade dort, wo es um die Heilung schwerster Krankheiten gehe, sei beste Qualität, wie Politik und Krankenkassen sie forderten, "nie und nimmer zu Dumpingpreisen zu bekommen".

Dr. Düllings begrüßte die Teilnehmer aus Politik, Krankenhäusern und Krankenkassen in Vertretung des diesjährigen, leider erkrankten Kongresspräsidenten Prof. Dr. Hans-Fred Weiser, Präsident des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte (VLK), zu der jährlich im Rahmen der Medica stattfindenden Großveranstaltung der Krankenhausbranche. Das Thema des Kongresses: „Beste Qualität braucht bessere Finanzierung“.
Krankenhausmanager und leitende Ärzte sehen derzeit das vielleicht größte Risiko darin, dass die Politik in Bund und Ländern sich eher wegduckt als zu handeln. Das machten sie auch in einem gemeinsamen Positionspapier an die Bund-Länder-Arbeitsgruppe deutlich, die derzeit an Eckpunkten für eine Krankenhausreform arbeitet – eine Arbeitsgruppe, die der VKD bereits vor zwei Jahren vorgeschlagen hatte. Mit der Großen Koalition bestehe die Chance, angesichts des riesigen Reformbedarfs grundlegende Änderungen vorzunehmen. Diese Chance sollte nicht verspielt werden, so Dr. Düllings.
Kritisch vermerkte er, die Stoßrichtung der geplanten Reform sei derzeit noch sehr einseitig. Wichtige Qualitätsdimensionen würden nicht ernst genug genommen. Wie stehe es vor allem um die Finanzierungsqualität bei den Krankenhausinvestitionen, wenn nachweislich in jedem Jahr mindestens drei Milliarden Euro dafür fehlten? Wie sei es um die Gestaltungsqualität bestellt, wenn fast alle Bundesländer ihren Beitrag zur Entwicklung einer zukunftsfesten Krankenhausstruktur nicht mehr leisten könnten? Kritisch zu bewerten sei auch die Qualität des Ordnungsrahmens, der einerseits mit der Finanzierung über Fallpauschalen massiv den Wettbewerb  fordere, andererseits aber vermeintliche Überversorgung bestrafe. Auch die Qualität der Gesetzgebung selbst sei zu hinterfragen, die bereits absehbar einen Zuwachs an Bürokratie für die Krankenhäuser bringen werde und damit der Patientenversorgung weitere Mittel entziehe.
Die Regierungskoalition betone, die Menschen müssten sich darauf verlassen können, nach dem neuesten medizinischen Stand und in bester Qualität behandelt zu werden. Das könnten sie derzeit auch, wie u.a. die aktuellen Behandlungsfehlerstatistiken – auch des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen - zeigten. Immerhin 99,99 Prozent aller Behandlungen verliefen danach korrekt – bei immerhin mehr als 18 Millionen stationärer Fälle. Die Arbeit an Qualitätsverbesserungen sei eine permanente Aufgabe in den Kliniken, versicherte der VKD-Präsident.
Die geplante Qualitätsoffensive der Regierungskoalition werde aber ihr Ziel verfehlen, wenn die Grundlagen dafür – eine ausreichende Finanzierung, ein stärkeres Engagement der Bundesländer und ein schlüssiger Ordnungsrahmen fehlten. Diese seien die Grundlagen für stetige Qualitätsverbesserungen.
Dr. Josef Düllings: „Wenn man ‚Beste Qualität‘ will, dann sollte das für alle gelten!“
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Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt mit rund 2.500 Mitgliedern das Management fast aller deutschen Krankenhäuser einschließlich der Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen. Er versteht sich als Ansprechpartner insbesondere in Fragen der Krankenhauspraxis und des Klinikmanagements. www.vkd-online.de