Bund und Länder schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu VKD - Pressemitteilung

Berlin, d. 15. September 2014. "Für die deutschen Krankenhäuser sind vor allem zwei Themen wichtig: Qualität und Finanzierung." Das betonte der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Dr. Josef Düllings, in der vergangenen Woche in Berlin.

Die Politik fordere „beste Qualität“, halte sich aber bei der Frage der Finanzierung stark zurück, so seine Kritik gegenüber der Fachpresse. Vom 10. bis 12. September fand im Rahmen der 25. Konferenz der Europäischen Vereinigung der Krankenhausdirektoren (EVKD) auch die Jahrestagung des VKD statt.

Krankenhäuser hierzulande seien so sicher wie nie zuvor, erklärte der VKD-Chef. Allerdings gebe es für das Personal inzwischen eine sehr hohe Arbeitslast durch „exzessives Sparen“. Die Forderung der Regierungskoalition an die Kliniken, „beste Qualität“ zu liefern, benötige daher nicht nur eine Präzisierung, sondern vor allem auch eine finanzielle Basis. Es sei enttäuschend, dass sich in der Bund-Länder-Arbeitsgruppe offenbar die Akteure in Bezug auf die zwingend notwendige Neuordnung der Investitionsfinanzierung gegenseitig den „Schwarzen Peter“ zuschöben.

Düllings betonte die große Bedeutung der Ergebnisqualität, die in Deutschland bisher nicht den notwendigen Stellenwert im Vergleich zur Strukturqualität einnehme. Nur damit aber sei auch für die Patienten Transparenz herzustellen. Grundlage eines fairen Vergleichs müsse ein einheitlicher Status sein, der für jeden einzelnen Patienten dokumentiert werde, um davon ausgehend die Ergebnisse der Krankenhausleistungen auch wirklich messen zu können.

Lutz Stroppe, Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, erklärte in seinem Vortrag im Rahmen der Konferenz, es gehe – ausgehend von den Bedürfnissen der Menschen -  um den Nutzen, den die Gesellschaft vom Gesundheitswesen habe, darum, die Mittel dafür möglichst effizient einzusetzen sowie um innovationsfreundliche Rahmenbedingungen. Zum brisanten Thema der Investitionsfinanzierung äußerte er sich nicht. Wie die von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe erwarteten Eckpunkte zum neuen Krankenhausgesetz aussehen würden, wisse er derzeit noch nicht, versicherte aber immerhin, es werde bis Jahresende Eckpunkte geben. Vorgezogen würden Maßnahmen z.B. im Bereich der Mengenabschläge und der Versorgungszuschläge. Als zweite Regelungslinie habe sich ergeben, dass dort, wo Maximalversorgung stattfinde, eine besondere Finanzierung stattfinden müsse. Dabei gehe es aber nicht um einen Systemzuschlag, sondern um die genaue Betrachtung bestimmter Leistungen und um Zentrumsleistungen.

Die Prinzipien seien insgesamt gute Erreichbarkeit, gute Qualität der Leistungen, eine ausreichende Personalausstattung auf allen Ebenen – und das müsse auch finanziert werden. Bei den Innovationen sei wichtig, das System zu verbessern, u.a. durch klare Auflagen. Für den Bereich der  digitalen Entwicklungen kündigte er noch für dieses Jahr gesetzliche Regelungen an.

Die Konferenz der Europäischen Vereinigung der Krankenhausdirektoren (EVKD) ermöglichte den teilnehmenden VKD-Mitgliedern, sich auch intensiv mit der Lage der Krankenhäuser in den anderen EU-Ländern zu beschäftigen, sich über Strategien und Best-Practice-Beispiele dort zu informieren, den Vergleich zu suchen und viele Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen aus den anderen Ländern zu führen.
Gleichzeitig konnte auch in Vorträgen und begleitenden Sessions die eigene Arbeit u.a der Rehabilitationskliniken und der psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken dargestellt werden.

„Ich freue mich, dass dieses internationale Programm intensiv wahrgenommen wurde“, so Gabriele Kirchner, Geschäftsführerin des VKD. „Auch wenn nicht jede Erfahrung und jedes Beispiel auf unsere deutschen Verhältnisse übertragbar ist, so gibt es doch vielfältige Anregungen, weiterzudenken und das inspiriert dazu, einmal aus einer neuen Richtung auf die eigene Arbeit zu blicken.“

Der 26. Kongress der EVKD findet vom 12. bis 14. Oktober 2016 in Bologna statt – www.eahm-bologna2016.eu.


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Kfm. Direktor Universitätsklinikum Aachen
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Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt mit rund 2.500 Mitgliedern das Management fast aller deutschen Krankenhäuser einschließlich der Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen. Er versteht sich als Ansprechpartner insbesondere in Fragen der Krankenhauspraxis und des Klinikmanagements. www.vkd-online.de