Dauerbrenner-Thema: Situation der Pflege Frühjahrstagung der VKD-Landesgruppe Mitteldeutschland

Görlitz. "Pflege an der Grenze" - darum vor allem ging es in der Frühjahrstagung der VKD-Landesgruppe Mitteldeutschland am 4. und 5. Mai in Görlitz. Peter Zur, Vorsitzender der Landesgruppe, fasste vor den rund 100 Teilnehmern die aktuelle Situation zusammen und führte in den gesundheitspolitischen Teil der Konferenz ein.

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Gewohnt offensiv analysierte VKD-Präsident Dr. Josef Düllings die Situation der Krankenhäuser, die Politik der Regierungskoalition sowie die Positionen des Verbandes vor der Bundestagswahl, verbunden mit den Forderungen des VKD an die Gesundheitspolitik (unter www.vkd-online.de).

Deutlich positionierten sich auch Andreas Westerfellhaus, Präsident des Deutschen Pflegerates, Dr. Stephan Helm, Geschäftsführer der Landeskrankenhausgesellschaft Sachsen und Rainer Striebel, Vorstandsvorsitzender der AOK Plus.

Die Belastungen des Pflegepersonals und der Mangel an Arbeitskräften in der Pflege sind Dauerbrenner in den Krankenhäusern – nicht nur in der Stadt an der polnischen Grenze. Das zeigte sich deutlich in den Vorträgen und Diskussionsbeiträgen zum Hauptthema der Tagung. Alle Beteiligen ringen hier um Lösungen – jeder mit seiner eigenen Sicht auf die Probleme. Dabei sind die Berichte aus der Praxis der Krankenhäuser, die den Blick auf die täglichen Herausforderungen, aber auch das Bemühen um Problemlösungen zeigen, immer ein besonders wichtiger Teil der Debatten. Martina Henke, Bereichsleiterin der Sana Kliniken AG, und Ulrike Holtzsch, Geschäftsführerin des Städtischen Krankenhauses Görlitz, berichteten darüber. Dr. Uta Korneli, KUP Management, zeigte Alternativen für das Personalrekruiting.

Zum Thema gehört natürlich auch die andere Seite der Medaille. Jürgen Becker, Landesfachbereichsleiter ver.di Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen sah hier einiges anders. Einig waren sich alle aber doch darin, dass Entlastung der Pflegenden in vielen Bereichen notwendig ist. Die Probleme verorten sich allerdings sowohl in der Finanzierung als auch in der Gewinnung von Personal angesichts eines „leergefegten“ Arbeitsmarktes.

Neue Regelungen, neue Gesetze bringen vielfach zunächst auch Unsicherheiten für die Praxis mit sich. Am zweiten Tag der Konferenz ging es daher um die aktuelle Rechtsprechung und die sich daraus ergebenden Aufgaben für die Klinikgeschäftsführer. Die Regelungen zum Entlassmanagement sowie die bevorstehende Einführung von Personaluntergrenzen für besonders sensible Bereiche, wie etwa Intensivstationen, wurden von Dr. Lutz Andelewski, Kanzlei Dentons, erläutert.

Die Anforderungen an das Management steigen. Befinden sich Manager inzwischen in einer Haftungsfalle? Prof. Dr. Thomas Kersting, TU Berlin Senior Associate der IGES Institut GmbH, beschäftigte sich in seinem Vortrag mit dieser, für die Teilnehmer auch persönlich sehr brisanten Frage. Dr. Michael Vothknecht, Ecclesia Versicherungsdienst, stellte die neuen Programme zur Risikoabsicherung von Krankenhausmanagern vor.

Das Thema Digitalisierung ist für Krankenhäuser ein wesentliches Zukunftsthema. Dass und wie hier auch die Medizintechnik einbezogen werden muss, machten Experten von der Health Systems Philips Deutschland GmbH und der ad-juvo GmbH deutlich.

Kontakt:

Herr Dipl. BW Peter Zur
Landesvorsitzender Mitteldeutschland
Zeppelinstr. 1
06217 Merseburg
E-Mail: lg-mitteldeutschland@vkd-online.de