Die Situation ist unerträglich!

Berlin, 29.10.2008. Das heute vorgestellte Krankenhaus-Barometer 2008 des Deutschen Krankenhausinstituts zeigt, dass die Situation der meisten Krankenhäuser in Deutschland inzwischen unerträglich ist. Jedes 3. Krankenhaus schreibt inzwischen rote Zahlen. Die Grenzen der Belastbarkeit sind für viele Häuser weit überschritten. Krankenhausunternehmen ohne negatives Jahresergebnis schaffen das oft nur noch mit Hilfe von Notlagentarifen. Ab Januar wird sich die Lage weiter verschärfen - dann müssen höhere Löhne gezahlt werden.

Die von der Politik zugesagten rund drei Mrd. Euro zusätzlich, von denen allerdings lediglich die Hälfte tatsächlich zusätzlich wäre, reichen bei weitem in dieser Situation nicht aus. Die Kostensteigerungen summieren sich für 2008 und 2009 auf rund acht Mrd. Euro. Daraus ergibt sich ein strukturelles Defizit von fünf Milliarden Euro, das auch nicht mehr mit Rationalisierungsmaßnahmen kompensiert werden kann, die ohnehin seit Jahren ausgeschöpft werden. Damit stehen weitere 20.000 Stellen auf der Kippe. Mit der einen Hand nimmt die Politik von den Krankenhäusern, mit der anderen will sie, wenn auch nur halbherzig, geben. Die zugesagten 21.000 Stellen im Pflegebereich werden allerdings kaum helfen, wenn die Krankenhäuser sie zu 30 Prozent mit finanzieren sollen.

Noch ist das Krankenhausfinanzierungsreformgesetz (KHRG) nicht beschlossen. Änderungen sind möglich. Wie prekär die Situation tatsächlich ist, können sich die Bundestagsabgeordneten in ihren Wahlkreisen ansehen. „Der Verband der Krankenhausdirektoren steht als Gesprächspartner bereit“ erklärt Gabriele Kirchner, Geschäftsführerin des VKD. „Das Kaputtsparen der Krankenhäuser muss ein Ende haben. Wir brauchen ein echtes Hilfspaket von Bund und Ländern, keine halbherzige Unterstützung, die mit der einen Hand gibt, mit der anderen aber umso mehr nimmt.„

Krankenhausbarometer 2008 kompakt 

Bericht Krankenhausbarometer 2008