"Koalitionsvertrag ist ein gutes Fundament für die Entwicklung der Reha" Fachgruppe Rehabilitation des VKD entwickelt eigenes Positionspapier

Vorschusslorbeeren gibt es für den Koalitionsvertrag der Bundesregierung von der Fachgruppe Rehabilitation des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands e. V. (VKD). Deren Vorsitzender, Achim Schäfer aus Bad Lippspringe, lobt die Ziele und Vorschläge der Großen Koalition für die Bewältigung der demographischen Herausforderungen.

 Die Rehabilitation könne sich vor diesem Hintergrund zu einem „bedeutenden Zukunftsfeld“ entwickeln. Der Vertrag sei ein gutes Fundament, auf dem man nun stetig aufbauen könne.
In den vergangenen Wochen hat der VKD ein eigenes Positionspapier entwickelt, in dem Stärken und Schwächen des Koalitionsvertrages aus Sicht der Fachgruppen-Mitglieder benannt und Vorschläge für die Umsetzung gemacht werden. „Nicht einverstanden sind wir mit der Koordinierungsfunktion der Krankenversicherung im Entlassungsmanagement“, sagt Achim Schäfer. Hier gebe es noch Diskussionsbedarf. Die verantwortlichen Politikerinnen und Politiker können es aber ermöglichen, dass die Rehabilitation in einem zukünftigen Leitmarkt Gesundheit erfolgreich Produkte entwickeln könne, die auch international erfolgreich sein werden. Daneben komme der Rehabilitation eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung des demographischen Wandels und bei der Sicherung des Arbeitskräftepotenzials zu.

Um diese Ziele zu erreichen, mahnt der VKD sieben Strukturveränderungen an, die sich in dem Positionspapier ebenfalls wiederfinden:

1. Flexibilisierung des Rehabilitationsbudgets der Rentenversicherung mit den Komponenten Versichertenzahl und Altersstruktur.
2. Aufbau eines einheitlichen und leistungsorientierten Finanzierungssystems zur Vergütung der Leistungen in der medizinischen Rehabilitation als Voraussetzung für eine langfristige Investitionsfinanzierung.
3. Eindeutige Zuordnung des Auftrages zur Rehabilitation von Kindern und Jugendlichen bis zur Erreichung der Ausbildungsfähigkeit als Pflichtleistung der Rentenversicherung bei entsprechender Budgetanpassung.
4. Entwicklung eines „Dritten Weges zur Rehabilitation“ über den Betriebsarzt zur Sicherung des Fachkräftepotentials.
5. Aufgabe des Einzelprüfungsvorbehaltes der Krankenversicherung an der Schnittstelle zur stationären Akutversorgung zu Gunsten der Möglichkeit zur regulären Verlegung im Rahmen des Entlassungsmanagements.
6. Aufgabe des zweistufigen Genehmigungsverfahrens bei Rehabilitationsmaßnahmen der Krankenversicherung im Antragsverfahren zu Gunsten eines unbürokratischen Zugangsverfahrens für ältere Menschen (z.B. Einweisungsverfahren).
7. Positionierung der Rehabilitation als integraler Bestandteil der Gesundheitsversorgung und dementsprechende öffentliche Kommunikation.