Länder müssen endlich ihren Verpflichtungen nachkommen

Berlin 12.12.2008. Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) fordert von den Bundesländern, künftig in ausreichendem Maße Fördermittel für die Kliniken bereitzustellen.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen des Statistischen Bundesamtes (www.destatis.de) zeigen die Notwendigkeit massiver Umstrukturierungen im Klinikbereich.
Nach der in dieser Woche veröffentlichten Statistik behandeln die deutschen Krankenhäuser immer mehr Patienten in immer kürzerer Zeit mit tendenziell weniger Personal und die Behandlungen werden immer teurer. Lag der Anteil der über 65jährigen im Jahr 2000 noch bei 35 Prozent, so  betrug er im vergangenen Jahr bereits 43 Prozent – ein Trend, der anhalten und der sich auf die Kapazitäten und Strukturen der Kliniken auswirken werde. Obwohl die Bevölkerungszahlen in Deutschland sinken, könne sich durch die Alterung die Zahl der Klinikpatienten um zwei Millionen auf 19 Millionen im Jahr 2030 erhöhen, rechnet das Bundesamt. Dadurch werde sich auch die Art der Krankheitsfälle verändern – z.B. weniger Geburten, mehr Herz-Kreislauferkrankungen, mehr Krebserkrankungen. Darauf müssten sich die Krankenhäuser mit ihren Kapazitäten, insbesondere baulich, medizintechnisch und strukturell, einstellen.
„Ohne entsprechende Investitionen können wir unsere Krankenhäuser nicht auf diese Zukunft vorbereiten“, erklärt dazu VKD-Pressesprecher Peter Asché. Die meisten Bundesländer haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr ihrer gesetzlichen Pflicht entzogen und die Fördermittel für die Krankenhäuser stetig reduziert. Sie haben im Gesetzgebungsverfahren um das Krankenhausfinanzierungsreformgesetz darum gerungen, die Verantwortung für die Krankenhausplanung und Investitionsfinanzierung als Ländersache zu behalten. Nun müssen sie auch dazu stehen und hier wesentlich mehr tun als in den vergangenen Jahren.“ Das sei angesichts der aktuellen Wirtschaftskrise überdies sinnvoll zur Stärkung der Industrie in diesem Bereich sowie der regionalen Baufirmen und Handwerksbetriebe. 
Hintergrund:
Das Amt hat die Daten der Krankenhäuser aus 17 Jahren ausgewertet. Im vergangenen Jahr wurden 17 178 573 Patienten behandelt – 2,6Millionen mehr als 1991. Die Kosten je Fall betrugen im Durchschnitt 3482 Euro – ein Drittel mehr als 1991. Seit 2005 wurde die traditionelle Krankenhausstatistik um die fallpauschalenbezogene DRG-Statistik (Diagnosis Related Groups) erweitert. Auf dieser Basis lassen sich differenzierte Angaben zu den in den Krankenhäusern behandelten Patienten machen. In einer Modellrechnung hat das Bundesamt auch die voraussichtlichen Entwicklungen im Krankenhausbereich untersucht.