Pflegegipfel: VKD fordert 100prozentige Finanzierung zusätzlicher Pflegekräfte

Berlin. Weniger Pflegepersonal in den Krankenhäusern geht nicht mehr. Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) begrüßt daher, dass mit dem 1. Deutschen Pflegegipfel Wege zur Verbesserung der Situation eingeschlagen wurden. Das Management in den Krankenhäusern wird sich aktiv daran beteiligen, hier zukunftsweisende Lösungen zu finden.

Zu begrüßen ist, dass nach dem schon im Frühjahr gegebenen Versprechen von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, 21.000 neue Stellen für die Krankenhauspflege zu schaffen, nun endlich über das konkrete Vorgehen beraten wird. Dass dafür im Grund nur wenige Tage zur Verfügung stehen, zeigt allerdings einmal mehr das chaotische Vorgehen der Politik.

Der VKD erwartet, dass dieser Stellenzuwachs für die Krankenhäuser nicht zu einem weiteren Anwachsen der Bürokratie führt, sondern dass pragmatische Lösungen gefunden werden. „Vor allem aber fordern wir eine hundertprozentige Finanzierung der zugesagten Stellen“, erklärt VKD-Präsident Heinz Kölking. Auf diesem Wege mehr Pflegepersonal in die Krankenhäuser zu bekommen sei zwar ein Systembruch, aber auch ein Impuls, hier zu neuen Lösungen zu kommen und vor allem ein Symbol für die Beschäftigten in den Kliniken, dass sie von der Politik nicht ganz vergessen werden. Der Verband der Klinikmanager wird sich deshalb daran beteiligen, einen vernünftigen gesetzgeberischen Weg zu finden.

Kölking bemängelte allerdings in diesem Zusammenhang auch, dass gerade die Pflege Schwerstkranker und besonders pflegebedürftiger Patienten in den DRGs nicht adäquat abgebildet wird.

Die zweite zu bildende Arbeitsgruppe soll Handlungsempfehlungen zur Unterstützung eines sachgerechten Personaleinsatzes der Pflege erarbeiten. Hier wird man aus Sicht des VKD sorgfältig prüfen müssen, wie dies geschehen kann. Keinesfalls darf es zu einer Einengung der unternehmerischen Gestaltung der Strukturen und Prozesse im Krankenhaus führen. Insbesondere auf die Möglichkeit der interprofessionellen Organisation von Arbeitsprozessen ist dabei zu achten.

Deshalb ist es positiv zu sehen, dass sich die dritte Arbeitsgruppe damit beschäftigen wird, Attraktivität  und Perspektiven des Pflegeberufes im Sinne der Zusammenarbeit der Professionen und der Weiterentwicklung der Pflegeausbildung darzustellen. Hier liegt ein großes, auf Zukunft ausgerichtetes Potenzial nicht nur für die Pflege, sondern für alle Berufsgruppen im Krankenhaus. Es geht dabei nicht vordergründig um mehr oder weniger Personal, sondern um den sinnvollen Einsatz und die Vernetzung der vorhandenen Kräfte.

Hintergrund:
Am Mittwoch dieser Woche tagte auf Einladung von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt der 1. Deutsche Pflegegipfel. Die Teilnehmer einigten sich in einer gemeinsamen Erklärung darauf, eine ad hoc- und zwei weiteren Arbeitsgruppen zu bilden. Die erste Gruppe soll noch im September das Programm für 21.000 neu zu besetzende Stellen in der Krankenhauspflege konkretisieren, um diese Vorschläge dann in das bereits laufende Gesetzgebungsverfahren zum ordnungspolitischen Rahmen der Krankenhausfinanzierung einzubringen.

Die zweite Arbeitsgruppe soll Handlungsempfehlungen zur Unterstützung eines sachgerechten Personaleinsatzes der Pflege in den Krankenhäusern sowie ein Modell zur Abbildung von Pflegeleistungen mit Qualitätskriterien entwickeln. Die dritte Gruppe beschäftigt sich damit, Attraktivität  und Perspektiven des Pflegeberufes im Sinne der Zusammenarbeit der Professionen und der Weiterentwicklung der Pflegeausbildung darzustellen.