Pressemitteilung: 24. VKD/VDGH-Führungskräftetagung in Berlin: Wir müssen jetzt unsere Pflöcke einschlagen!

Berlin, d. 16. März 2017. "An vielen Ecken und Enden ist die Welt heute aus den Fugen. Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf Europa und Deutschland. Bei den derzeitigen Konstellationen ist es sicher nicht abwegig daran zu denken, dass sich dadurch die Rahmenbedingungen auch für die Krankenhäuser hierzulande verschlechtern können - wenn auch vermutlich noch nicht in der nächsten Legislaturperiode. Diese muss von den Krankenhäusern daher genutzt werden, wichtige Pflöcke einzuschlagen." Das forderte Dr. Josef Düllings, Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), heute vor Managern aus Krankenhäusern und Industrie in Berlin.

Seit nunmehr 24 Jahren treffen sich Führungskräfte des VKD und des Verbandes der Diagnostica-Industrie (VDGH) einmal jährlich zu einer gemeinsamen Tagung, diskutieren krankenhauspraktische Themen, informieren sich über neue Entwicklungen, sind in einem vertrauensvollen Dialog. Das Generalthema heute: „Zukunft gestalten“.

„Die schon sehr lange völlig unzureichende Investitionsfinanzierung der Krankenhäuser braucht eine neue Struktur. Der VKD hat dafür bereits einen Vorschlag gemacht. Die zwingend notwendige Digitalisierung der Kliniken muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe erkannt und entsprechend finanziert werden. Das DRG-System muss so weiterentwickelt werden, dass es kleine Krankenhäuser nicht systematisch benachteiligt und damit die Flächen deckende stationäre Versorgung gefährdet, so Dr. Düllings. „Dafür werden wir weitere Ideen entwickeln, die Versorgung zukunftssicher aufzustellen. Das sind die Pflöcke, die wir einschlagen.“

Der VKD-Präsident verwies darauf, dass die in jedem Fall sehr komplexen Veränderungen der kommenden Jahre alle Beteiligten im Gesundheitswesen beträfen – ob Krankenhäuser oder Krankenkassen, niedergelassene Ärzte oder Länder und natürlich auch Industrie und Dienstleister. „Wir arbeiten alle in einem System kommunizierender Röhren. Was in einem Bereich geschieht, hat meist auch Auswirkungen auf die anderen. Der staatlich gewollte Wettbewerb bei gleichzeitig starren und an manchen Stellen immer enger gezogenen Rahmenbedingungen innerhalb und zwischen den Sektoren hat inzwischen deutlich negative Auswirkungen auf die Gesundheitsversorgung. Diese werden sich noch verstärken, wenn sich nicht alle Beteiligten gemeinsam auf neue Wege verständigen“, erklärte er. Dazu gehöre auch eine andere Art des Umgangs miteinander. Dessen müssten sich alle trotz der vielleicht notwendigen Lobbyarbeit bewusst sein.

Derzeit allerdings erlebten die Krankenhäuser eine Reihe von Zumutungen. Dazu gehörten immer wieder neu angestoßene Schließungsdebatten, die Behauptung von unzähligen betroffenen Patienten durch so genannte Killerkeime oder auch die „Zechprellerei“ der Krankenkassen durch den Medizinischen Dienst, um erbrachte Leistungen nicht bezahlen zu müssen. All das sei nicht am Wohl der Patienten orientiert.

Dr. Düllings verwies in diesem Zusammenhang auf das Thesenpapier des VKD für die Krankenhauspolitik im Wahljahr 2017 und dessen Kernforderung: „Das Patientenwohl muss normatives Leitprinzip der Krankenhausversorgung sein.“ Dafür werbe der Verband auf der Bundes- und Landesebene sowie in Abgeordnetengesprächen vor Ort.

VKD und VDGH haben für ihre 24. Führungskräftetagung Handlungsfelder identifiziert, die eine hohe Zukunftsaffinität für die Krankenhäuser aufweisen. Darin geht es um Fragen der Kommunikation und Führung, Recruitment und Qualifizierung, um Trends in der Medizin und Telemedizin, Strukturen der Gesundheitsversorgung und das Thema Compliance.

Willy Brandt sagte einmal: „Der beste Weg, die Zukunft vorherzusagen, ist, sie zu gestalten.“ „Das ist es, was wir tun wollen und auch tun müssen“, so der VKD-Präsident.