Pressemitteilung: Die Zukunft der Krankenhausversorgung im Blick Europäische Perspektiven auf dem 26. EVKD-Kongress in Bologna

Berlin, d. 20. Oktober 2016. Innovationen, Strategien, die Gestaltung der Zukunft - "Nachhaltige Gesundheitssysteme brauchen Verantwortung und Kompetenz". Das war das führende Thema des 26. Kongresses der Europäischen Vereinigung der Krankenhausdirektoren (EVKD) am 13. und 14. Oktober in Bologna. Mit einer repräsentativen Delegation war der VKD in die Stadt am Fuß des Apennin gereist. Der Austausch über Entwicklungen in den Gesundheitssystemen der europäischen Länder, die Erfahrungen der Führungskräfte in den Krankenhäusern Europas, neue Ideen, die Definition gemeinsamer Positionen - das alles zeichnet die Kongresse der EVKD aus, die bisher im 2-Jahres-Rhythmus stattfanden und nun künftig jährlich organisiert werden sollen.

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Die Gesundheitssysteme der europäischen Staaten haben seit Jahren wachsende Herausforderungen zu bewältigen. Auch die Krankenhäuser sind mit neuen Krankheitsbildern, höherer Lebenserwartung, einer wachsende Anzahl chronisch kranker Patienten, höheren Erwartungen der Bevölkerung und auch steigenden Regulierungen konfrontiert. Gleichzeitig gibt es neue Technologien, Fortschritte in der Diagnostik, die wiederum eine bessere Qualität der Behandlungsergebnisse ermöglichen. Aufgabe des Krankenhaus-Managements ist es, diese unterschiedlichen Herausforderungen für die Patienten, die Mitarbeiter und eine kontinuierlich funktionierende Versorgung heute und in der Zukunft zu meistern. Wie das funktionieren kann, welche Modelle und Ideen es dafür gibt – darum ging es in Bologna.

„Es ist immer wieder spannend, die Gesundheitssysteme sowie einzelne Projekte, Modelle und Vorgehensweisen in den Krankenhäusern anderer Länder kennenzulernen“, resümiert VKD-Pressesprecher Dr. Falko Milski. „In Deutschland beschäftigen wir uns gerade mit der Thematik, die bereits seit mehr als zehn Jahren in den somatischen Kliniken angewendete pauschale Vergütung auch für die psychiatrischen Krankenhäuser und Abteilungen vorzusehen. Das Land Italien galt seit etwa 1995 als Vorreiter bei der Einführung von Fallpauschalen. Dieses System wurde jedoch dann flächendeckend gestoppt und nicht umgesetzt. Jetzt wurde darüber berichtet, dass das Pflegesatzsystem keine vernünftige Alternative sei.“

Im Mittelpunkt des Kongresses stand die Diskussion, wie es gelingen kann, trotz der notgedrungen oft wirtschaftlich geprägten Betrachtung von Krankenhäusern eine Rückbesinnung auf deren eigentliche Aufgabe vorzunehmen. Neben den „Leuchttürmen“ der Hochleistungsmedizin dürfen eine flächendeckende und jedem Bürger zugängliche Grundversorgung sowie ein vertrauensvolles Arzt-Patienten-Verhältnis nicht auf der Strecke bleiben. Dieser Anspruch muss schon deshalb mehr in den Vordergrund gerückt werden, weil inzwischen in den meisten Ländern Europas die Patientenrechte gesetzlich gestärkt wurden und die Bevölkerung diese auch einfordern wird. Ein weiteres wichtiges Thema sei daher das der Werte, der ethischen Führung und der Kompetenzen der Führungskräfte gewesen.

Für die Vorträge und Diskussionsrunden zum Thema IT und digitales Krankenhaus habe es ebenfalls sehr viel Aufmerksamkeit gegeben. „Hier konnten wir aus Deutschland angesichts der in diesem Jahr erfolgten Attacken, denen etliche Kliniken massiv ausgesetzt waren, wichtige Erkenntnisse einbringen, ebenso wie beim Thema „Risikomanagement“, so Dr. Milski.

Im Rahmen der Mitgliederversammlung der Vereinigung am 14. Oktober wurde die Europäische Vereinigung der Krankenhausdirektoren (EVKD) umbenannt in Europäische Vereinigung der Krankenhausmanager (EVKM). Gleichzeitig wurde über ein neues Logo entschieden.

Hintergrund

Die Europäische Vereinigung der Krankenhausmanager ist eine Plattform aller repräsentativen Verbände der Krankenhausdirektoren der Länder Europas. Ein wesentliches Ziel ist die Förderung der beruflichen Kompetenz und Verantwortungsübernahme von Direktoren und leitenden Angestellten des Krankenhausmanagements und des Krankenhauswesens in den europäischen Ländern. Ein weiteres Ziel ist es, Vorschläge zum Zusammenwachsen des Krankenhauswesens in der EU als Basis für den Aufbau eines sozialen Europas auszuarbeiten. Gleichzeitig wollen die nationalen Verbände über die EVKM auch Einfluss auf Verordnungen der EU nehmen, die Auswirkungen auf die Krankenhäuser haben.

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands ist Gründungsmitglied der EVKD, jetzt EVKM, die ihren Sitz in Straßburg hat.