Pressemitteilung: Krankenhausmanager fordern IT-Investitionsoffensive von der Politik Digitalisierung ist zentrales Zukunftsthema für die Gesundheitsbranche

Düsseldorf, d. 14. November 2016. "Die Digitalisierung der Gesundheitsbranche ist ein zentrales Zukunftsthema. Sie ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die einen erheblichen finanziellen und organisatorischen Kraftakt erfordert. Dieser ist zwingend notwendig, weil damit viele Herausforderungen, vor denen wir heute in unserer Branche stehen, im Sinne der Patienten gelöst werden können." Das betonte der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Dr. Josef Düllings, heute in Düsseldorf zum Auftakt des 39. Deutschen Krankenhaustages. Die viertägige Konferenz findet traditionell zeitgleich mit der weltgrößten Medizinmesse Medica statt.

Der Blick auf die Krankenhäuer zeige erhebliche Defizite in deren IT-Infrastruktur. Daran scheitere zum Beispiel vielfach die Vernetzung der Kliniken mit weiteren Akteuren des Gesundheitswesens, wie sie in anderen Ländern bereits gang und gäbe sei. Wie die Stiftung Münch gerade ermittelt habe, liege Deutschland bei der Einführung der elektronischen Patientenakte im Vergleich mit 20 europäischen Ländern lediglich auf Platz 10.

Wie es anders gehen könne, zeigten Länder wie Schweden, Dänemark und Kanada. Ein Beispiel sei selbst das wettbewerbliche, eher auf Eigeninitiative setzende Gesundheitssystem der USA. „Hier hat sich der Anteil der Krankenhäuser mit einer elektronischen Patientenakte von neun Prozent im Jahr 2008 auf rund 85 Prozent in 2015 nahezu verzehnfacht“, so der VKD-Präsident. Das sei durch eine Förderung von 30 Mrd. Dollar über sieben Jahr aus dem Bundeshaushalt ermöglicht worden.

Der VKD fordere eine ähnliche Initiative des Bundes. Bezogen auf die deutschen Krankenhäuser wären IT-Investitionen in Höhe von elf Mrd. Euro, verteilt über sieben Jahre, notwendig. „Das ist keine neue Forderung“, betonte Dr. Düllings. „Bereits vor zwei Jahren haben wir an dieser Stelle, auf dem 37. Deutschen Krankenhaustag, eine Investitionsoffensive für die Krankenhäuser zur Schaffung einer digitalen Infrastruktur gefordert. Seitdem gab es kaum Fortschritte.“

Welche großen Potenziale mit Hilfe der IT in den Krankenhäusern erschlossen werden können, demonstriere die vom VKD vor über zehn Jahren mit gegründete Entscheiderfabrik für den Unternehmenserfolg durch optimalen IT-Einsatz. Weit über 50 Projekte wurden hier von Krankenhäusern, IT-Unternehmen und Beratern gemeinsam realisiert. Die fünf so genannten Schlüsselthemen jedes Jahres werden im Rahmen auch des diesjährigen Krankenhaustages ausführlich vorgestellt. Die Erkenntnisse aus den Projekten stehen allen Kliniken zur Verfügung.

„Wenn der Bundesverkehrsminister für die Verkehrsinfrastruktur mehr Geld in die Hand nehmen kann, erwarten wir, dass auch der Bundesgesundheitsminister Investitionsmittel für die IT-Infrastruktur der Krankenhäuser bereitstellt. Das zukunftssichere Krankenhaus ist digital – oder es wird seine wichtigen Aufgaben in einigen Jahren nicht mehr erfüllen“, erklärte der VKD-Präsident.

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands ist Mitglied der Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag. Er bringt die Kompetenzen des Krankenhausmanagements vielfältig in die Gestaltung der viertägigen Konferenz im Rahmen der Medica mit ein. Er ist außerdem mit einem eigenen Messestand in Halle 15 präsent und ermöglicht hier Gespräche unter Kollegen und mit Partnern aus Verbänden und Industrie. Interessenten erhalten hier zudem eine Fülle von Informationsmaterial.