Pressemitteilung: Medizin und Ökonomie sind zwei Seiten einer Medaille VKD-Präsident: Chefärzte rennen mit ihrer Kritik offene Türen ein

Berlin, d. 21. April 2016. Wie unzufrieden sind die leitenden Chirurgen in vielen deutschen Krankenhäusern? Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) hat mit Erstaunen eine Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) zur Kenntnis genommen, in der den Geschäftsführungen schwere Vorwürfe gemacht werden. In einer Umfrage beklagten offenbar viele Chefärzte zunehmende Spannungen mit den kaufmännischen Leitungen. Schlechte Kommunikationskultur, Disziplinierungsmaßnahmen, ja Austausch ärztlicher Führungskräfte nähmen zu. Im Unternehmensorganigramm rutsche man als Chefarzt nach unten.

Medizinische Entscheidungen müssten oder sollten zunehmend auch nach ökonomischen und administrativen Gesichtspunkten getroffen werden, so die Kritik. Der leitende Mediziner müsse aber in seinen Entscheidungen frei bleiben, so die Forderung.

„Hier rennen die Ärzte sozusagen offene Türen ein“, sagt VKD-Präsident Dr. Josef Düllings. Ein faires, kooperatives und einander zugewandtes Miteinander aller Beschäftigten im Krankenhaus ist auch aus Sicht des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) eine wichtige Voraussetzung für die beste Versorgung der Patienten. Auch der VKD wende sich gegen eine Ökonomisierung der Medizin und der Krankenhäuser insgesamt.

Dennoch trügen auch leitende Ärzte wirtschaftliche Mitverantwortung für ihren Bereich, betont der VKD-Präsident. Er verweist hier auf ein entsprechendes Positionspapier des VKD und des Verbandes Leitender Krankenhausärzte (VLK), in dem beide Verbände schon im Jahr 2013 feststellen: Medizin und Ökonomie sind zwei Seiten einer Medaille, wenn es um die Organisation einer hochwertigen Patientenversorgung im Krankenhaus geht. Wirtschaftlich zu arbeiten sei daher kein Selbstzweck sondern ein dringliches Erfordernis, um insbesondere die Anforderungen an eine moderne Infrastruktur zu finanzieren. Aus diesem Bereich haben sich nämlich die eigentlich dafür zuständigen Bundesländer immer mehr zurück gezogen.

Gemeinsam wird festgestellt, dass bei allen wirtschaftlichen Zwängen, denen Krankenhäuser heute in starkem Maße gerecht werden müssen, die Patienten immer an erster Stelle stehen. Betont wird ebenfalls, dass die gemeinsame Managementverantwortung nur in einer vertrauensvollen, partnerschaftlichen Zusammenarbeit und Kommunikation auf Augenhöhe optimal wahrgenommen werden kann und dass die leitenden Ärzte weisungsunabhängig über Diagnostik und Therapie entscheiden – das medizinisch Notwendige müsse immer im Vordergrund stehen.

Die Mitglieder unseres Verbandes stehen nach wie vor hinter diesen Aussagen, so Dr. Düllings. Den Nachwuchsmangel bei den Chirurgen, der seit Jahren beklagt wird, sehe natürlich auch der VKD mit Besorgnis. Er könne aber keinesfalls den Geschäftsführern angelastet werden. „Hier sind auch die leitenden Chirurgen und ihr Verband selbst in der Pflicht.“

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Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt mit rund 2.350 Mitgliedern das Management fast aller deutschen Krankenhäuser einschließlich der Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen. Er versteht sich als Ansprechpartner insbesondere in Fragen der Krankenhauspraxis und des Klinikmanagements. www.vkd-online.de