Psychiatrische Institutsambulanzen: Wichtiger Bestandteil qualitativ hochwertiger Versorgung und keine "Black-Box"! VKD-Pressemeldung

Berlin, 08.08.2014 - Die Psychiatrischen Institutsambulanzen sind ein grundlegender, qualitativ hochwertiger Bestandteil der Versorgung psychisch kranker Menschen. Diese Institutsambulanzen als "Black-Box" zu bezeichnen, wie Josef Hecken, unparteiischer Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), geäußert hat, entspricht nicht den vorliegenden Gegebenheiten.


Psychiatrische Institutsambulanzen (PIA) versorgen Patientinnen und Patienten, die eine komplexe und umfassende psychiatrische Versorgung benötigen. Die Patientinnen und Patienten, die in den PIA versorgt werden, können nicht auf niedergelassene Psychiater oder Psychotherapeuten zurückgreifen. Zum einen ist in vielen Fällen sofortiger Handlungsbedarf gefragt. Dies können Niedergelassene aufgrund der Überlastung ambulanter psychiatrischer Versorgung häufig nicht gewährleisten. Darüber hinaus sind in den PIA multiprofessionelle Teams tätig, die neben den Fachärzten auch Psychologen, Sozialarbeiter, weitere Fachtherapeuten und Pflegekräfte beinhalten und somit einen multiprofessionellen Behandlungsansatz bieten. Entgegen den in den vergangenen Wochen veröffentlichten Verlautbarungen des G-BA-Vorsitzenden Josef Hecken drängen sich die PIA also nicht zu Lasten von Psychotherapeuten und niedergelassenen Nervenärzten in die ambulante Regelversorgung.
Das Angebot trägt erheblich zu einer Reduzierung der Notwendigkeit von stationären Aufenthalten bei.
In den PIA werden pro Jahr bundesweit über 1 Million schwer psychisch kranker Patientinnen und Patienten behandelt. Holger Höhmann, Vorsitzender der Fachgruppe Psychiatrie im Verband der Krankenhausdirektoren Deutschland e.V. (VKD) führt aus: „Die PIA, als Schnittstelle zwischen dem ambulanten und dem stationären Sektor, sind ein wichtiger Bestandteil der qualitativen und bedarfsgerechten Versorgung. Die Behauptung, dass PIA eine „Black-Box“ wären und die Leistungen dieser Institutsambulanzen weiter ausgeweitet werden – zu Lasten der niedergelassenen Psychotherapeuten – entspricht nicht der Praxis. Ohne die PIA, die ihre Leistungsprofile in Form einer Leistungsdokumentation auch gegenüber den Kostenträgern offen legen und somit eben keine „Black-Box“ darstellen, würde der Versorgung psychisch kranker Menschen ein wesentlicher Bestandteil fehlen.“

Fachlicher Kontakt Holger Höhmann
LVR-Klinik Langenfeld
Kölner Str. 82, 40764 Langenfeld
Telefon (02173) 102-1001
E-Mail: holger.hoehmann@lvr.de
Internet: www.akp-psychiatrie.de

Pressesprecher Peter Asché
Kfm. Direktor Universitätsklinikum Aachen
Tel:  0241 8088000
pasche@ukaachen.de

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