Reform der Pflegeausbildung: Nun kommt es auf die Umsetzung an

Berlin. "Alles, was dabei hilft, die schwierige Personalsituation in unseren Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen zu verbessern, kann nur begrüßt werden. Dass sich die Regierungskoalition nach sehr langem Hin und Her nun doch noch in dieser Legislaturperiode darauf geeinigt hat, die Berufsausbildung in der Pflege neu zu ordnen, sieht der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) als einen wichtigen ersten Schritt", kommentiert der Pressesprecher des Managerverbandes, Dr. Falko Milski.

Nach der grundsätzlichen Koalitionsentscheidung komme es nun aber vor allem auf die Umsetzung der Ausbildungsreform an. Es sei unbestritten, dass auch Krankenpfleger angesichts der immer älteren Patienten heute Kenntnisse der Altenpflege haben müssten und Altenpfleger ebenfalls Wissen über Krankenpflege benötigten, weil auch hier der medizinische Behandlungsbedarf steige. Daher sei eine gemeinsame Grundausbildung sicher ein richtiger Schritt. Beachtet werden müsse aber auf jeden Fall, dass es nicht nur positive Aspekte, sondern auch mögliche negative Auswirkungen geben könne, die es von Anfang an zu vermeiden gelte.

Dr. Milski: „Wir haben zum Beispiel auch bisher schon eine sehr gute Qualität der speziellen Ausbildung in der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege, die sich drei Jahre lang ausschließlich auf dieses Berufsbild konzentriert. Derzeit sehen wir noch nicht, wie diese Qualität in einer generalistischen Ausbildung gesichert bleiben kann. Hinzu kommt, dass es bereits jetzt absehbar ist, dass die Kapazitäten für bestimmte Ausbildungsabschnitte, nicht flächendeckend zur Verfügung stehen. Das birgt die Gefahr, dass sich die Ausbildungszeit verlängert und der Fachkräftemangel eher verstärkt wird. Viele Führungskräfte in den Pflegeheimen sind nach wie vor sehr skeptisch, ob die neue Art der Ausbildung nicht vor allem den Krankenhäusern nutzen wird, für die Altenpflege aber möglicher Weise sogar die Situation im Personalbereich verschärft.“

Franz Hartinger, Vorsitzender der Fachgruppe Pflegeeinrichtungen im VKD, bekräftigt diese Skepsis. „Die Personalsituation in der Altenpflege ist aus unserer Sicht noch deutlich schwieriger als in den Krankenhäusern. Wir befürchten, dass mit dem Gesetz die Ausbildungszahlen für die Altenpflege sogar absinken werden. Derzeit interessieren sich auch viele Hauptschüler für eine Altenpflegeausbildung, die sich vielleicht einer generalistischen, gemeinsamen Pflegeausbildung nicht immer gewachsen fühlen.“ Positiv sei dagegen der geplante Wegfall des Schulgeldes.

„Wir werden genau darauf achten, wie nun die Ausbildungs- und Prüfungsverordnung ausgestaltet wird. Das Kind darf nicht mit dem Bade ausgeschüttet werden“, warnt Dr. Falko Milski. Sonst werde das Ziel, die Personalsituation im gesamten Pflegebereich zu verbessern, nicht erreicht.

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