VKD: Chance für eine große Reform nicht verspielen VKD-Pressemeldung

Berlin, d. 17. November 2014. Gute Qualität hat ihren Preis. Beste Qualität braucht eine bessere Finanzierung. Das hat der 37. Deutsche Krankenhaustag als wichtigste Botschaft der Politik übermittelt. Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) zog als Mitveranstalter eine positive Bilanz der Konferenz im Rahmen der Medica in Düsseldorf. Rund 1800 Teilnehmer besuchten vom 12. bis zum 15. November die Foren, Vorträge, Sessions und nutzten die Tage auch für Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen aus anderen Krankenhäusern.

Argumente der Praxis berücksichtigen
„Wir haben unsere Positionen gegenüber Politikern und auch führenden Vertretern der Krankenkassen offensiv vertreten. Derzeit beschäftigt sich eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe  mit Eckpunkten für eine große Krankenhausreform. Wir fordern wesentlichen Änderungen in der Finanzierung der Krankenhäuser und haben dazu gemeinsam mit dem Verband der Leitenden Krankenhausärzte ein Positionspapier mit dem Titel „Handeln, nicht wegducken“ erarbeitet. Wir erwarten, dass die Argumente der Praxis und nicht nur die Wünsche der Politik und der Krankenkassen in den neuen gesetzlichen Regelungen berücksichtigt werden“, erklärt VKD-Präsident Dr. Josef Düllings. 
Dr. Düllings formulierte die Forderung nach einer auskömmlichen Finanzierung auch in seiner Eröffnungsrede des Krankenhaustags, die er stellvertretend für den erkrankten Kongresspräsidenten Prof. Dr. Hans-Fred Weiser, Präsident des Verbandes Leitender Krankenhausärzte (VLK), hielt. Qualität und Finanzierung müssten in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Mit der Großen Koalition bestehe die Chance zu einer grundlegenden Krankenhausreform. Der Reformbedarf sei riesig. Diese Chance sollte nicht verspielt werden.
Der Bund stehe zu seiner Verantwortung für eine ausreichende Finanzierung der Personalkosten in den Krankenhäusern, erklärte Annette Widmann-Mauz, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit, gegenüber den Klinikvertretern. Er erwarte aber auch, dass die Länder ihrer Verantwortung für die Investitionsfinanzierung nachkämen. Das erinnere wieder an das Schwarze-Peter-Spiel, das der VKD bereits mehrfach kritisiert habe, meinten Teilnehmer.

Qualitätsoffensive braucht IT-Investitionen
Mitglieder des VKD trugen mit zahlreichen Vorträgen dazu bei, Erfahrungsaustausch zu befördern, neue Ideen in die Diskussionen einzubringen und die Forderungen des Krankenhausmanagements deutlich zu machen. Im Krankenhaus-Träger-Forum erläuterte Dr. Josef Düllings als Hauptgeschäftsführer zweier Krankenhäuser Portfolio-Strategien. Peter Asché, Vizepräsident des VKD und Kaufmännischer Geschäftsführer der Universitätsklinik Aachen, beschäftigte sich mit IT-Strategien. Der VKD fordert hier ein Investitionsprogramm des Bundes speziell für diesen Bereich, um die Herausforderungen der Zukunft, aber vor allem auch die Anforderungen der Politik an eine Qualitätsoffensive der Kliniken, bewältigen zu können.
Die vom VKD mitgegründete Entscheiderfabrik, in der es um Unternehmenserfolg durch optimalen IT-Einsatz geht, demonstrierte auch in diesem Jahr wieder, welche Möglichkeiten sich aus der Nutzung moderner Informations- und Medizintechnik für die Kliniken ergeben. Vorgestellt wurden u.a. die fünf diesjährigen Projekte, die sich mit personalisierter, mobiler IT-Nutzung, der prozessoptimierten Darstellung von Patientendaten, dem IT-Controlling, einem webbasierten Kliniknetzwerk und computerunterstützter Kodierung beschäftigten.
Auf der IT-Schwerpunktveranstaltung erklärte Dr. Ralf-Michael Schmitz, ebenfalls Vizepräsident des VKD und Geschäftsführer des Klinikums Stuttgart, die IT durchdringe bereits alle Prozesse im Krankenhaus. Ein Klinikum ohne IT sei schon heute und künftig nicht mehr vorstellbar. Sie ermögliche die Beherrschung der zunehmenden Komplexität in den Krankenhäusern.
Die im Rahmen der Medica ebenfalls stattfindende Hospital Management Conference der Europäischen Vereinigung der Krankenhausdirektoren (EVKD), in der sich der VKD stark engagiert, thematisierte das auch in den anderen europäischen Ländern herrschende Spannungsfeld von Qualität und Finanzierung ebenfalls.

Traditioneller Treffpunkt
Traditioneller Treffpunkt für individuelle Gesprächsrunden, aber auch für umfangreiche Informationen, war in diesem Jahr wieder der Messestand des Verbandes der Krankenhausdirektoren nahe dem CongressCenter Ost der Messe. VKD-Geschäftsführerin Gabriele Kirchner: „Wir sind mit dem Erfolg des 37. Deutschen Krankenhaustags sehr zufrieden. Seit nunmehr 15 Jahren trifft sich hier in Düsseldorf die Krankenhausbranche. Wir können in konzentrierter Form die Anliegen, Vorstellungen und Forderungen unseres Verbandes an Politik, Krankenkassen und Partnerverbände vermitteln und unsere eigenen Mitglieder mit Informationen, Ideen und Argumenten ausrüsten.“
Der 38. Deutsche Krankenhaustag findet vom Montag, dem 16. bis Donnerstag, dem 19. November 2015 wieder im Rahmen der weltgrößten Medizinmesse Medica in Düsseldorf statt.

Hintergrund
Ausgerichtet wird die Großveranstaltung der Krankenhäuser von der Gesellschaft Deutscher Krankenhaustag mbH (GDK). Gesellschafter der GDK sind die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG), der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands (VLK) und der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD). Der Pflegebereich ist durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Schwesternverbände und Pflegeorganisationen (ADS) und den Deutschen Berufsverband für Pflege (DBFK) in die Arbeit der GDK eingebunden.


Kontakt
VKD-Geschäftsstelle Berlin
Tel.: 030-28885912
vkdgs@vkd-online.de

Pressesprecher Dr. Falko Milski
Geschäftsführer
Bodden-Kliniken Ribnitz-Damgarten GmbH
Telefon:  03821 700100
E-Mail:  f.milski@bodden-kliniken.de


Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt mit rund 2.350 Mitgliedern das Management fast aller deutschen Krankenhäuser einschließlich der Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen. Er versteht sich als Ansprechpartner insbesondere in Fragen der Krankenhauspraxis und des Klinikmanagements. www.vkd-online.de