VKD: Das Fallpauschalensystem muss auf den Prüfstand VKD-Pressemeldung

Berlin, d. 12. 2. 2014. Die Bundesärztekammer (BÄK) hat gestern ihre Forderungen für eine künftige und notwendige Krankenhausreform vorgelegt. Dazu gehören als wesentliche Bestandteile eine Neukonzeption des DRG-Fallpauschalensystems und ausreichende Investitionsmittel für die Krankenhäuser. "Wir gehen hier völlig konform mit den Ärzten", erklärt dazu der Pressesprecher des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Peter Asché.

„Die Forderungen der BÄK stimmen in vielen Punkten überein mit den Empfehlungen des VKD, die im Herbst vorigen Jahres an die Politik gerichtet wurden. Angesichts der nachweislich prekären Lage, in der sich ein großer Teil der Krankenhäuser befindet, ist ein grundlegendes Umsteuern im Bereich der Krankenhausfinanzierung zwingend geboten. Das duldet jetzt keinen Aufschub mehr. Dass auch die Ärzte diese Einschätzung des Krankenhausmanagements teilen, bestärkt uns zusätzlich und wird hoffentlich auch die Politik überzeugen.“

Der VKD fordert in seinen Empfehlungen die neu gewählte Bundesregierung auf, für eine zukunftsfeste Gesundheitsversorgung die Prioritäten neu zu setzen. Einen umfangreichen Teil des Positionspapiers nehmen dabei die Vorschläge zur künftigen Finanzierung der Krankenhäuser ein.

An vorderster Stelle steht hier die Forderung nach einer Garantie für die volle Refinanzierung von Tariflohnsteigerungen – eigentlich eine Selbstverständlichkeit, so der VKD. Das Vergütungssystem müsse so gestaltet werden, dass es einem bedarfsnotwendigen Krankenhaus möglich ist, seine medizinischen Leistungen über die regelhaften Preisanpassungen auch tatsächlich zu refinanzieren.

Auch das Krankenhausmanagement hält es für zwingend notwendig, die DRG-Fallpauschalen auf den Prüfstand zu stellen. Er verweist in diesem Zusammenhang u.a. auf seine Frühjahrsumfragen 2012 und 2013. Danach sind vor allem die kleinen Häuser der Grundversorgung mehrheitlich im Bestand gefährdet, weil sie im DRG-System massiv benachteiligt werden.

Weitere Vorschläge beziehen sich auf eine zielführende, transparente Strukturpolitik der Länder entsprechend dem Versorgungsauftrag der Träger vor Ort.

Eine dringende Lösung müsse für die Investitionsfinanzierung gefunden werden. Hier schlägt der VKD einen nationalen Aktionsplan von Bund und Ländern für Investitionen sowie eine Beteiligung der Krankenkassen an der Regelfinanzierung von Krankenhausinvestitionen vor.

Der Verband spricht sich für eine deutlich bessere Vernetzung der Gesundheitsangebote vor Ort aus, für die gesetzliche Grundlagen geschaffen werden müssten. Die Öffnung der Kliniken für ambulant-fachärztliche Leistungen sowie die faire Vergütung dieser Leistungen sei eine zwingende Notwendigkeit und ergebe sich aus dem bereits seit Jahren steigenden Anteil ambulanter Leistungen durch Krankenhäuser.

Eine Neuregelung sei für die Schnittstelle zwischen Akutversorgung und Rehabilitation notwendig. Nicht die Krankenkasse, sondern der Klinikarzt müsse über die Einleitung von Reha-Maßnahmen entscheiden.

Gefährdet ist aus Sicht des VKD auch die Qualität der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. Hier sei das neue Finanzierungssystem - das Psych-Entgeltsystem – sowie dessen Entgeltkatalog gegen fundierte Argumente zahlreicher Fachverbände in Kraft gesetzt worden und müsse völlig überarbeitet werden.
Die Empfehlungen im vollen Wortlaut unter www.vkd-online.de

Hintergrund
Der Verband der Krankenhausdirektoren (VKD) vertritt mit rund 2.500 Mitgliedern das Management fast aller deutschen Krankenhäuser einschließlich der Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen. Sein Anspruch ist es, eine vorbildliche Krankenhaus- und Gesundheitsversorgung zu organisieren, neuere Entwicklungen aufzugreifen und nach Verbesserungen zu streben. Er beteiligt sich am politischen Dialog, an der Gestaltung der Gesundheitsversorgung vor Ort sowie auf Landes- und Bundesebene und versteht sich als Ansprechpartner für politische Entscheidungsträger und Verbände der Gesundheitswirtschaft, insbesondere in Fragen der Krankenhauspraxis und des Krankenhausmanagements.

Kontakt
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Pressesprecher Peter Asché
Kfm. Direktor Universitätsklinikum Aachen
Tel:  0241 8088000
pasche@ukaachen.de

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