VKD: Die Politik muss endlich handeln

Berlin. Die für dieses Jahr erwartete Unterfinanzierung der deutschen Krankenhäuser von bis zu 2,2 Mrd. Euro wurde maßgeblich von der Politik mit verursacht. Es wird daher höchste Zeit, dass nun die Politik auch gegensteuert. Das fordert der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands VKD.

Das gestern (7.2.) vorgestellte Gutachten des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) und der internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BDO Deutsche Warentreuhand macht deutlich, dass vor allem die für dieses Jahr erwarteten Tarifsteigerungen für die Kliniken eine massive Gefahr bedeuten. Selbst im günstigen Fall, dass sich die Arbeitgeber mit ihrem Angebot von 5 Prozent Steigerung durchsetzen können, entstünde noch eine Finanzierungslücke von 1,3 Prozent in diesem Jahr. „Das verkraften die Krankenhäuser nicht“, erklärte der Pressesprecher des VKD, Dr. Rudolf Hartwig, Geschäftsführer des Alfrid Krupp Krankenhauses in Essen.

„Seit Jahren rationalisieren wir in unseren Häuser. Wir haben massiv Personal abgebaut. Spielräume, wie andere Branchen sie haben, Preiserhöhungen etwa, gibt es bei uns nicht“, so Hartwig. Er verweist darauf, dass Personalabbau am Ende auch die Patienten trifft.

Der VKD fordert, als erstes den Sanierungsbeitrag der Kliniken für die Krankenkassen zurückzunehmen. Es müsse den Häusern darüber hinaus ermöglicht werden, Preissteigerungen über die Vergütung weiterzugeben und Tarifsteigerungen durch die Kassen zu refinanzieren. Auch die Grundlohndeckelung gebe es schon viel zu lange.

Es könne nicht sein, dass die Politik sämtliche Rationalisierungsbemühungen der Krankenhäuser ständig mit neuen Sparauflagen konterkariere und ihnen so die Möglichkeit nehme, wirtschaftlich sinnvoll zu agieren. Das frustriere auch die Mitarbeiter in höchstem Maße. Die von der Politik maßgeblich mit verursachte Finanzierungslücke habe zur Folge, dass diese am wirtschaftlichen Aufschwung nicht beteiligt werden könnten.