VKD: Flächen deckende Krankenhaus-Versorgung muss erhalten bleiben

Berlin. Für ein Festpreissystem und gegen einen Preiswettbewerb der Krankenhäuser hat sich erneut der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) ausgesprochen. Die Bundespolitik bereitet derzeit einen Referentenentwurf für den neuen ordnungspolitischen Rahmen der Krankenhäuser ab 2009 vor. Das Krankenhausmanagement sieht in wesentlichen Vorstellungen des Bundesgesundheitsministeriums eine Gefährdung der bisher funktionierenden, Flächen deckenden Versorgung der Bevölkerung mit Krankenhausleistungen.

In einem ausführlichen Schreiben an die Gesundheitsministerien des Bundes- und der Länder sowie an die Abgeordneten der Gesundheitsausschüsse begründen die kaufmännischen Verantwortlichen der Krankenhäuser, dass ein Preiswettbewerb mit der Möglichkeit von Rabatten die Qualität der Patientenversorgung massiv gefährde. Die Krankenhäuser werden für ihre Leistungen mit Fallpauschalen (DRG) bezahlt. Diese enthalten lediglich die Personalkosten und die fallbezogenen Sachkosten. Abgesehen von wenigen Ausnahmen gebe es keine Kostendegression bei einer besseren Auslastung der Kapazitäten. Rabatte könnten also kaum gewährt werden. Vor allem nicht so finanzstarken Kliniken sei das unmöglich. Die Folge: Die Patienten würden von den Krankenkassen auf andere Häuser umgelenkt, Klinikschließungen seien damit vorprogrammiert.

Die schlechten Erfahrungen der Rehabilitationskliniken zeigten außerdem, dass die Krankenkassen freie Preisverhandlungen zu einem gnadenlosen Preisdrücken missbrauchten. Qualität spiele dann keine Rolle mehr.

Rigoros lehnt der VKD auch die geplante sogenannte selektive Kontrahierung ab. Sie bedeutet, dass einzelne Krankenkassen für bestimmte Leistungen mit einzelnen Krankenhäusern spezielle Verträge abschließen können. Eine Arbeitsgruppe ist derzeit dabei, Leistungen festzulegen, über die solche Einzelverträge abgeschlossen werden können. Der VKD verweist u.a. darauf, dass damit die Notfallversorgung zusammenbrechen könnte, denn fast alle diese Leistungen fielen auch dort an. Abgesehen davon werde es für niedergelassene Ärzte und Patienten sehr schwierig  zu erkennen, welches Krankenhaus am Ende welche Leistungen noch anbieten darf.

Der VKD appelliert an die politisch Verantwortlichen, seine Argumente bei der Ausgestaltung des künftigen ordnungspolitischen Rahmens für die Krankenhäuser zu berücksichtigen.