VKD fordert Investitionsprogramm für eine digitale Infrastruktur der Krankenhäuser VKD-Pressemitteilung

Berlin/Düsseldorf, d. 13. November 2014. Ohne eine umfassende Digitalisierung der Krankenhäuser kann die Qualitätsoffensive der Bundesregierung nicht umgesetzt werden. Eine digitale Infrastruktur ist Voraussetzung für dieses anspruchsvolle Vorhaben. Darauf verwies der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Dr. Josef Düllings, auf der gestrigen Pressekonferenz im Rahmen des 37. Deutschen Krankenhaustages. Die Krankenhäuser brauchen dringend ein entsprechendes Investitionsprogramm, forderte er.

Die komplexen Prozesse in den Krankenhäusern, die Vernetzung der modernen Medizintechnik, die Steuerung von Behandlungsvorgängen, in die verschiedenste Berufsgruppen auch bereits Sektoren übergreifend mehr und mehr eingebunden sind, stießen jetzt schon an ihre Grenzen, wenn es an der notwendigen IT-Ausstattung fehle. Wenn künftig weitere Aufgaben hinzukämen, die einen Qualitätswettbewerb erst möglich machten, etwa durch die Lieferung von Qualitätsdaten, da Krankenhäuser auf der Basis solcher Daten verglichen und auch vergütet werden sollen, sei dafür eine Digitalisierung unabdingbar. Derzeit verfügten zum Beispiel nach aktuellen Studien nur etwa 20 Prozent der Kliniken in Deutschland über eine digitale Patientenakte.
Dr. Düllings verwies in diesem Zusammenhang auf Entwicklungen in den USA. Hier sei  mit erheblichen öffentlichen Investitionen eine digitale Offensive gestartet worden. Inzwischen arbeiten 70 Prozent der Krankenhäuser dort mit digitalen Patientenakten. Erst nachdem dieser Standard erreicht war, sei eine qualitätsorientierte Vergütung eingeführt worden.
Der VKD-Präsident: „Um es klar zu sagen: Die zu erwartenden Anforderungen aus der Qualitätsoffensive der Bundesregierung an die Krankenhäuser sind nur mit einer digitalen Infrastruktur zu bewältigen. Aufgrund des seit Jahren von den Bundesländern ignorierten Investitionsstaus fehlt den Krankenhäusern diese notwendige Ausstattung.“ Erfahrungen in den USA zeigten, dass dafür etwa sieben Mrd. Euro notwendig wären. Der VKD befürchte, dass ohne einen solchen Kraftakt die geplante Qualitätsoffensive in ihren Anfängen steckenbleiben oder sogar scheitern werde.


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