VKD-Landesgruppe Nordrhein-Westfalen Erwartungen an die neue Landesregierung - Kliniken in Nordrhein-Westfalen brauchen eine nachhaltige Investitionsförderung durch das Land

Auf ihrer Managementtagung in Iserlohn stellte am 28. Juni 2017 der Landesvorstand Nordrhein-Westfalen des Verbands der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) seine Erwartungen an die neue Landesregierung vor. Die 352 Kliniken in Nordrhein-Westfalen sichern die stationäre medizinische Versorgung für etwa 18 Millionen Bürgerinnen und Bürger des größten Bundeslandes. Durch die seit Jahren anhaltende Unterfinanzierung der Kliniken sehen die Klinikmanager die Qualität der Versorgung erheblich gefährdet. Letztendlich droht ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen. Ziel der neuen Landesregierung müsse daher sein, Lösungen für den Investitionsstau in den Kliniken zu bieten.

„Im Handeln der Koalitionäre muss erkennbar sein, dass die Krankenhäuser als wichtiges Element der Daseinsvorsorge zur zentralen Infrastruktur des Landes gehören. Entsprechend ihres Investitionsbedarfs sind sie zu fördern“, erklärt Wolfgang Mueller, Vorsitzender der VKD-Landesgruppe in Nordrhein-Westfalen. Die Gesellschaft habe einen Anspruch auf ein modernes Umfeld der medizinischen Leistungserstellung, das die qualitativ hochwertige Krankenhausversorgung in NRW auch zukünftig sicherstellt.

Dr. Mark Lönnies, stv. Vorsitzender der Landesgruppe, unterstreicht diese Aussage und betont: „Die Krankenhäuser haben ihre Hausaufgaben längst gemacht. Jetzt muss auch das Land endlich seiner Verpflichtung einer bedarfsgerechten Investitionsfinanzierung nachkommen.“ Genauso sieht das auch Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Winkelmann, der zusätzlich darauf hinweist, dass in Nordrhein-Westfalen die Kliniken deutlich weniger Geld für gleiche Leistungen erhielten als etwa die Kliniken in Rheinland-Pfalz. „In den letzten Jahren konnten wir beobachten, dass sich das Land reichlich geschickt aus der eigentlich dringend erforderlichen Verbesserung seiner finanziellen Mitverantwortung für die Krankenhäuser gestohlen hat.“ Winkelmann verweist dabei auf eine Studie, die jüngst vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung herausgegeben wurde.

„Die Krankenhäuser in unserem Bundesland haben in den letzten Jahren viel geleistet, um die Versorgungstrukturen im Land effizienter zu gestalten. In den letzten 20 Jahren wurde rund 20 Prozent der Betten abgebaut und die Zahl der Kliniken von fast 500 auf 352 reduziert“, so Mueller. Die durchschnittliche Verweildauer der Patienten habe um fast die Hälfte gesenkt werden können. Weitere Maßnahmen wie der Abbau von weiteren rund 8.500 Betten seien im vollen Gange. „Bei alldem bleibt der Investitionsbedarf bestehen und es dürfen Herausforderungen wie die Digitalisierung nicht verschlafen werden“, ergänzt Winkelmann.

Fest stehe, dass ohne ausreichende Investitionen durch das Land die Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen nicht dauerhaft überlebensfähig seien. „Das spüren schon jetzt die Patienten, die bisher eine ausgezeichnete, wohnortnahe medizinische Versorgung gewohnt waren. Mit der fortschreitenden Auszehrung der Kliniken wird die vorhandene Versorgungsqualität unweigerlich reduziert“, stellen die Klinikmanager unisono fest.

Flyer der Managementtagung 2017»

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