VKD-Mitglieder führen Gespräche mit Bundestagsabgeordneten in deren Wahlkreisen Kanzlerin informiert sich vor Ort: Zwischen Brüssel und Bundestag besucht Dr. Angela Merkel eine Klinik ihres Wahlkreises

Es ist für die Kanzlerin gerade derzeit nicht leicht, zwischen den vielen Terminen in Brüssel - Stichwort Griechenland - und den nationalen Aufgaben in Deutschland noch die Zeit zu finden, um als direkt gewählte Bundestagsabgeordnete ihren Wahlkreis Vorpommern-Rügen-Greifswald I zu besuchen. Aber es ist ihr sehr wichtig, "ein Ohr an der Basis zu haben" und so gelingt es immer irgendwie.

Kürzlich (am Vortag der letzten Bundestagssitzung - 16. Juli) weilte sie in den Bodden-Kliniken Ribnitz-Damgarten. Ziel des Vor-Ort-Termins war es, nach einem kurzen Rundgang durch die neu errichtete Notaufnahme mit den Beschäftigten über die derzeitige Lage in der stationären Versorgung ins Gespräch zu kommen.

Geschäftsführer Dr. Falko Milski (VKD-Pressesprecher) informierte die Kanzlerin zunächst über die Entwicklung im Hinblick auf den Rückzug vieler Kommunen und Kreise aus der Krankenhausträgerschaft. Dieser ist gerade in Mecklenburg-Vorpommern verstärkt zu beobachten. Derzeit sind nur noch 18 Prozent der Kliniken des Bundeslandes öffentlich-rechtlich. Der Anteil der privaten Träger ist deutschlandweit am höchsten. „Man könnte meinen, dass wir eine aussterbende Spezies sind, aber wir fühlen uns als Kreisgetragenes Unternehmen sehr wohl und entwickeln uns wirtschaftlich stabil. Die Ergebnisse der Qualitätsvergleiche und der Patientenbefragungen sind sehr gut.“ schätzte Dr. Milski ein. Damit dies so bleibt, gäbe es aber schon einige wichtige Forderungen an die Politik. Dazu gehört die Klärung der Probleme bei der Investitionsfinanzierung. Bestes Beispiel: Den Krankenhausanbau mit der neuen Notaufnahme mussten die Bodden-Kliniken aus Eigenmitteln finanzieren. Der drastische Anstieg der ambulanten Notfälle, welcher die räumliche Erweiterung notwendig machte, ist Folge der unzureichenden Sicherstellung der kassenärztlichen Versorgung. Diese krankt u. a. an den nicht (mehr) sachgerechten Planungsansätzen im Hinblick auf die Verteilung der Vertragsarztsitze. Eine Refinanzierung der neuen Infrastruktur falle aus, weil diese Kosten bei der viel zu geringen Vergütung der Notfallbehandlungen ohnehin nicht berücksichtigt sind.

Viele weitere wichtige Themen, wie die Fachkräftesituation, konnten durch die Diskussionsteilnehmer aus dem ärztlichen und pflegerischen Bereich angesprochen werden. Auch wenn sämtliche Probleme nicht (gleich) gelöst werden können, so fühlten sich alle während des etwa einstündigen Besuchs der Kanzlerin sehr stolz und ernst genommen. Im Anschluss ging es dann für Angela Merkel nahtlos mit der CDU/CSU-Fraktionssitzung in Berlin weiter, denn am nächsten Tag war Bundestagssitzung (und auch ihr Geburtstag) …

 

Dr. Falko Milski
VKD - Pressesprecher
und Landesvorsitzender Mecklenburg-Vorpommern

 

Dr. Carsten Pietsch, Leiter der Notaufnahme, erläutert der Bundeskanzlerin die Arbeitsweise
v.l. Carmen Schröter, Heino Schütt, Dr. Angela Merkel, Geschäftsführer Dr. Falko Milski, Landrat Ralf Drescher, Dr. Carsten Pietsch, Dr. Jan Svacina (Ärztlicher Direktor), Christina Preußler (Pflegedienstleiterin)
Foto: Klinik, Rainer Cordes

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Geschäftsführer Dr. Falko Milski erläutert der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel in Anwesenheit von Beschäftigten und Vertretern der Politik die derzeitige Klinik-Entwicklung
Foto: Klinik, Rainer Cordes