VKD-Pressemeldung: Der gute Wille genügt nicht Investitionen in die IT-Infrastruktur können die Krankenhäuser nicht allein stemmen

Berlin, 26. Januar 2015. Wir brauchen eine moderne IT-Infrastruktur für das Gesundheitswesen. Ohne diese sind weder die komplexen Prozesse in den Krankenhäusern noch die Vernetzung mit niedergelassenen Ärzten und anderen Beteiligten künftig zu steuern. Das von Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe auf den Weg gebrachte Gesetz für sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen wird vom Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) grundsätzlich begrüßt.

"Dem Krankenhausmanagement ist sehr bewusst, das Informations- und Kommunikationstechnologie eine enorme Bedeutung für die Versorgung der Patienten und die Wirtschaftlichkeit der Häuser hat", erklärt VKD-Präsident Dr. Josef Düllings. Der VKD arbeite als Mitbegründer der Entscheiderfabrik bereits seit acht Jahren intensiv an IT-Modellen für die verschiedensten Bereiche der Krankenhäuser und auch deren Vernetzung nach außen.
In diesem Langzeitprojekt, an dem sich auch zahlreiche weitere Verbände aus dem Gesundheitsbereich beteiligen, bearbeiten IT-Fachleute aus den Kliniken gemeinsam mit IT-Herstellern und Beratungsunternehmen jährlich fünf Schwerpunktthemen. Dabei geht es u.a. um die digitale Patientenakte, um Patientenaufklärung, die Optimierung von Dokumentationsprozessen, den sicheren elektronischen Austausch von Bilddaten, den Austausch von Daten zwischen den Sektoren, um die voll digitalisierte Ambulanz und anderes. Anfang Februar jeden Jahres beginnt der Projektzyklus erneut, um dann im November im Rahmen der Medica und des Deutschen Krankenhaustags die praxis- und lösungsorientierten Projektentwicklungen vorzustellen.
"Diese Zusammenarbeit ist nützlich für alle Seiten, denn viele Krankenhäuser können mangels finanzieller Möglichkeiten solche Modelle nicht stemmen", so der VKD-Chef. Und hier liege ein Problem, auf das der VKD immer wieder hingewiesen habe: die absolut ungenügende Investitionsfinanzierung durch die Länder.
Dr. Düllings: "Die digitale Agenda der Bundesregierung für den Gesundheitsbereich bleibt ebenso ein 'Papiertiger', wie die angekündigte Qualitätsoffensive, wenn dieses Problem nicht gelöst wird. Ohne ausreichende Investitionen keine Digitalisierung. Ohne Digitalisierung keine Qualitätsoffensive. Wir erwarten, dass die Politik nicht nur die notwendigen Gesetze formuliert, sondern auch mit dafür sorgt, dass sie umgesetzt werden können." Auf jeden Fall sollten dafür Mittel aus dem von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble avisierten Investitionsprogramm bereitgestellt werden.
"Wir müssen nicht motiviert werden, wir wollen die Digitalisierung! Wir haben in vielen Projekten Erfahrungen gesammelt, die wir auch in die Diskussionen einbringen können", bekräftigt der Präsident des VKD. "Der gute Wille allein wird aber bei diesem wichtigen Zukunftsvorhaben nicht genügen. Das sollte die Politik nicht von vornherein ausblenden. Und ob es der Bedeutung des Themas angemessen erscheint, den Krankenhäusern eine bloße Anschubfinanzierung für den elektronischen Entlassungsbrief zuzugestehen, ist fraglich."


Hintergrund
Deutschlands Gesundheitswesen hinkt bei der Digitalisierung der Krankenhäuser deutlich hinter anderen Ländern her. Nach aktuellen Studien verfügen z.B. nur rund 20 Prozent der deutschen Krankenhäuser über eine digitale Patientenakte. In den USA sind es mehr als 70 Prozent. Dafür war dort ein finanzieller Kraftakt des Staates notwendig. Für den Aufbau einer digitalen Infrastruktur in den deutschen Krankenhäusern müssten nach Erfahrungen aus den USA rund sieben Mrd. Euro bereitgestellt werden.


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Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt mit rund 2.350 Mitgliedern das Management fast aller deutschen Krankenhäuser einschließlich der Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen. Er versteht sich als Ansprechpartner insbesondere in Fragen der Krankenhauspraxis und des Klinikmanagements. www.vkd-online.de