VKD zur Ambulanten Notfallversorgung: Neue Strukturen brauchen gemeinsame Verantwortung und faire Finanzierung

Berlin, d. 7. September 2016. Vor allem in einem Notfall stimmen die Patienten mit den Füßen ab, wo sie behandelt werden wollen. Und wenn kein niedergelassener Arzt in der Nähe ist oder seine Sprechzeit schon beendet hat, führt der Weg sie vermutlich meist in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses. Das tun sie häufig sogar auch dann, wenn es einen Bereitschaftsdienst gibt. "Die zunehmende Inanspruchnahme unserer Notfallaufnahmen in Fällen, wo dies nicht nötig ist, brennt uns in den Krankenhäuser schon lange auf den Nägeln. Deshalb begrüßen wir Vorschläge, das Problem gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten zu lösen", erklärt der Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands, Dr. Josef Düllings, als Reaktion auf ein aktuelles Gutachten des AQUA-Instituts zur Notfallversorgung im Auftrag des Verbandes der Ersatzkassen.

In einer Verzahnung und zentralen Steuerung der Notfallversorgung erkennen auch wir viel Potenzial für Verbesserungen. Bisher haben vor allem die Krankenhäuser auf die Zunahme der Patienten reagiert, ihre Notaufnahmen technisch und personell aufgestockt und so genannte Triage-Systeme zur Erstbewertung und Weiterleitung der Patienten entsprechend der Schwere ihrer Erkrankung eingeführt.

Die vorgeschlagene Einrichtung von Portalpraxen an den Krankenhäusern, dass vom Gemeinsamen Bundesausschuss zu erarbeitende Stufenkonzept mit der Festlegung von Personalkennzahlen – all das scheint sinnvoll. Unser Verband sieht auch hier aber wieder, dass die Frage der Finanzierung dieser neuen Strukturen offenbar zu Lasten der Kliniken gehen soll. Bisher liegt die Verantwortung für die ambulante Notfallversorgung bei den Kassenärztlichen Vereinigungen, auch wenn sie diese häufig vor allem in ländlichen Regionen nicht mehr wahrnehmen können. Der Gesetzgeber hat diese Verantwortung kürzlich wieder bestätigt. Angesichts der tatsächlichen Lage plädiert der VKD dagegen schon seit längerem für eine gemeinsame Verantwortung von niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern, die aber auch eine für beide Seiten faire Finanzierung selbstverständlich beinhalten muss.

Der VKD stimmt mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft überein, die fordert, dass Notfälle, unabhängig davon, ab sie im ambulanten oder stationären Bereich behandelt werden, nicht länger strukturell unterfinanziert und durch Budgetregelungen gedeckelt werden dürfen. Bisher ist zu konstatieren, dass die Krankenhäuser bundesweit in jedem Jahr einen Verlust von rund einer Milliarde Euro durch die Behandlung ambulanter Notfälle verzeichnen. Die Verhandlungen mit den niedergelassenen Ärzten und den Krankenkassen, hier eine neue Vergütungsstruktur zu vereinbaren, kommen leider nicht voran. Der Gesetzgeber muss auch aus Sicht des VKD die Vergütung der ambulanten Notfallversorgung aus der Gesamtvergütung ausgliedern. Nur so werden wir zu einer gemeinsamen, neuen Struktur der ambulanten Notfallversorgung kommen.

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Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt mit rund 2.350 Mitgliedern das Management fast aller deutschen Krankenhäuser einschließlich der Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen. Er versteht sich als Ansprechpartner insbesondere in Fragen der Krankenhauspraxis und des Klinikmanagements. www.vkd-online.de