VKD zur Standortbestimmung des Ethikrates Lernendes System mit Unwuchten - Überökonomisierung abbauen

Berlin, d. 7. April 2016. Das Wohl der Patienten muss an erster Stelle stehen. Hinter der in diesen Tagen erhobenen Forderung des Ethikrates steht der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) voll und ganz. "Genau darum geht es auch den Mitgliedern unseres Verbandes. Genau aus diesem Grund forderte der VKD immer wieder, das derzeitige, politisch gewollte Wettbewerbssystem, das zu einer Überökonomisierung der Krankenhäuser geführt hat, auf den Prüfstand zu stellen." Die Politik habe im vergangenen Jahr einige richtige Weichen gestellt. Mit dem Krankenhausstrukturgesetz sei man von der weiteren finanziellen Auszehrung der Kliniken grundsätzlich abgerückt. Dies sei ausdrücklich zu begrüßen. An anderen Stellen sei das duale Finanzierungssystem der Krankenhäuser aber entgleist. Dazu gehöre die gesetzwidrig zu niedrige Investitionsfinanzierung der Länder, aber auch das System der Fallpauschalen.

Dr. Düllings: „Es gilt als lernendes System und wird auch von Jahr zu Jahr weiterentwickelt. Die Unwuchten haben sich dennoch immer weiter verstärkt. Auch hier geht unser Verband konform mit dem Ethikrat. Die so genannten DRGs müssen künftig u.a. deutlich stärker berücksichtigen, dass Pflege aufwändiger wird, dass die Kommunikation mit den Patienten einen höheren Stellenwert erhält und dass die Kliniken stetig mehr ältere Patienten aufnehmen, die mehrere Krankheiten haben, die behandelt werden müssen. Die ökonomische Logik und die Schubladenphilosophie des DRG-Systems blenden diese überaus wichtigen versorgungspolitischen Aspekte derzeit völlig aus.“
Der VKD-Präsident verweist aber auch darauf, dass die Mitarbeiter in den Krankenhäusern mehrheitlich mit hohen ethischen Ansprüchen an ihre Arbeit gehen. Trotz vielfach erheblichem Engagement sei allerdings in manchen Bereichen der Personalmangel groß, obwohl die Zahl der Ärzte und Pflegekräfte in den Kliniken seit etlichen Jahren kontinuierlich ansteige. „Ich gehe davon aus, dass auch das neue Pflegestellenförderprogramm der Bundesregierung und der weitgehende Erhalt des Versorgungzuschlags als Pflegezuschlag sowie die festgelegte Ausgleichsrate für Tarifsteigerungen oberhalb der Veränderungsrate künftig zu einer gewissen Entspannung beitragen werden.“
Der Deutsche Ethikrat hat Empfehlungen ausgesprochen, die für die Politik und für alle Bereiche des Gesundheitswesens Anlass zum Nachdenken sein sollten. Fehlentwicklungen, wie sie sich im DRG-System zeigen, müssen zügig korrigiert werden. Der VKD wird sich dabei, wie schon in den vergangenen Jahren, konstruktiv einbringen, versichert Dr. Düllings. „Inzwischen laufen in vielen Kliniken – auch darauf sei hingewiesen – aber bereits zahlreiche Projekte, die z. B. auf die Verbesserung der Versorgung dementer Patienten, auf ein besseres Entlassmanagement, auf die individuelle Betreuung von Krebspatienten, interdisziplinäre Versorgung von Diabetespatienten, Versorgung von Patienten mit schwerwiegenden bis gefährlichen Medikamenteninteraktionen sowie auf eine engere Vernetzung mit ambulanten Partnern ausgerichtet sind. Vielfach auch, ohne dass diese Leistungen im DRG-System abgebildet sind. Das Wohl unserer Patienten und die transparent dargelegte Qualität der Behandlungen sind die Richtschnur unseres Handelns. Daran sollte es keinen Zweifel geben“, so der VKD-Chef.

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Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt mit rund 2.350 Mitgliedern das Management fast aller deutschen Krankenhäuser einschließlich der Rehabilitationskliniken und Pflegeeinrichtungen. Er versteht sich als Ansprechpartner insbesondere in Fragen der Krankenhauspraxis und des Klinikmanagements. www.vkd-online.de