"Starkes Stück!" VKD-Pressemeldung vom 28. Januar 2011

VKD-Pressemeldung vom 28. Januar 2011

Berlin 28.1.2011. „Hier haben die ambulanten Operateure weit über das Ziel hinausgeschossen! Die Krankenhäuser an den Pranger zu stellen, nur um die eigenen Budgets zu retten, ist ein starkes Stück“, erklärt der Pressesprecher des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Peter Asché.

In einer gemeinsamen Presseerklärung vom gestrigen Tag (27. Januar) behaupten der Verband Ambulantes Operieren, die Kassenärztliche Bundesvereinigung und weitere Ärzteorganisationen, Patienten würden aus Angst vor Infektionen Operationen bei ambulant tätigen Ärzten einem stationären Aufenthalt vorziehen. Angesichts von weit über 17 Millionen stationären und 18 Millionen ambulanten Behandlungen durch Krankenhäuser im Jahr einen Krankenhausaufenthalt als Strafe darzustellen, sei geradezu demagogisch, so Asché. 
Er verwies auf die steigende Zahl von ambulanten Operationen in den Krankenhäusern – laut Krankenhausstatistik der Deutscher Krankenhausgesellschaft (Quelle: BMG)  stiegen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen von 12 Prozent im Jahr 1999 auf 27 Prozent im Jahr 2007. Auch das zeige, dass die Krankenhäuser das Vertrauen der Patienten hätten. Die Kliniken erfüllten im Übrigen genau wie die niedergelassenen Operateure die vorgeschriebenen Qualitätsanforderungen. Sie hätten darüber hinaus aber die Hintergrundsicherheit des Krankenhauses. „Vielleicht kommen die Patienten auch deshalb gern zu uns“, kommentiert Asché.

„Wir stehen einem  zunehmenden Ärztemangel in beiden Sektoren gegenüber und sind verpflichtet, dieses Problem gemeinsam zu bewältigen. Konfrontation bringt uns nicht weiter. Die Krankenhäuser wollen die  Kooperation mit den niedergelassenen Ärzten, wie es sie ja an vielen Stellen auch bereits gibt. Rund 6000 niedergelassene Fachärzte arbeiten als Belegärzte in Krankenhäusern. An vielen Häusern bestehen bereits Arztpraxen und Ärztehäuser. Im Sinne der Patienten wäre es, zusammenzuarbeiten und nicht Ängste zu schüren“, erklärt Peter Aschè, der Kaufmännischer Geschäftsführer des Universitätsklinikums Aachen ist.

Hintergrund:
In einer gemeinsamen Presseerklärung beklagen der Bundesverband Ambulantes Operieren (BAO), die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) sowie weitere Ärzteorganisationen, dass  ambulante Operateure durch das neue GKV-Finanzierungsgesetz nicht nachvollziehbaren Budgetbeschränkungen unterliegen sowie bisherige Zuschläge entfallen. Das werde für die Versicherten negative Folgen haben.
Die Politik wende sich damit nicht nur gegen die niedergelassenen Fachärzte, sondern auch gegen deren Patienten, die unter anderem aus Angst vor Infektionen vermehrt Operationen ohne Klinikaufenthalt beim hochspezialisierten niedergelassenen Facharzt wünschten. Wenn die Budgets aufgebraucht seien, müssten sie künftig mit langen Wartezeiten oder Krankenhausaufenthalten rechnen.