Golden Helix Award: Ehrung für zwei Sieger

Projekte aus St. Pölten und Frankfurt (Oder) machten das Rennen Berlin/Düsseldorf, d. 18. November 2011. Internationale Bühne für die Sieger des Golden Helix Award 2011: Im Rahmen der First Joint European Hospital Conference und des 34. Deutschen Krankenhaustages in Düsseldorf nahmen Teams aus dem Landeskrankenhaus St. Pölten und dem Klinikum Frankfurt an der Oder heute ihre Preise entgegen. Juryvorsitzender Prof. Dr. Konrad Selbmann vom Institut für Medizinische Informationsverarbeitung der Universität Tübingen zeigte sich bei der Übergabe der "Schnecken" beeindruckt von beiden Projekten. Die Jury hätte es in jedem der bisher 19 Wettbewerbsjahre schwer gehabt. Die Entscheidungen seien meist sehr knapp ausgefallen. Doch dieses Mal habe sie in keinem der Bewertungskriterien Unterschiede feststellen können. Der Preis wurde geteilt, es gibt also zwei erste Plätze. Ein dritter Platz wurde nicht vergeben. Dr. Josef Düllings, der gerade neu gewählte Präsident des Verbandes der Krankenhausdirektoren, der Träger des Preises ist, übergab den Teams die Urkunden und gratulierte ihnen zu ihrem Erfolg. Die Sieger teilen sich das ausgelobte Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro. Insgesamt waren 25 Projekte für den Wettbewerb eingereicht worden. Nach intensiver Diskussion entschied die Jury für die Projekte "Home Care Peritonealdialyse" aus St. Pölten und "Medizinische und ökonomische Prozessoptimierung in der Notaufnahme durch IT-gestützte Behandlungspfade und eine Ersteinschätzung in einem integrierten System" aus Frankfurt (Oder).

Die Siegerprojekte

Home Care Peritonealdialyse – Projekt der 1. Medizinischen Abteilung Dialyse des Landeskrankenhauses St. Pölten:
Ziel des multiprofessionellen Teams war es, eine Versorgungslücke für  schwerstkranke Patienten zu schließen. Es ging um die Fürsorge für Menschen, die regelmäßig einer Dialyse unterzogen werden müssen, denen aber der Weg in ein Dialysezentrum und der oft stundenlange Aufenthalt dort nicht mehr zugemutet werden kann, die jedoch auch zu Hause mit einer Heimdialyse in der notwendigen Qualität nicht mehr zurecht kommen. Für sie entwickelte das Team das Angebot einer assistierten Peritonealdialyse. Sie kann im häuslichen Umfeld stattfinden, wird dort aber fachlich unterstützt.
Trotz des personellen Mehraufwands zeigte sich, dass die Kosten sogar unter denen der bisherigen Versorgung lagen. Vor allem aber war dieses Verfahren eine große Erleichterung für die betroffenen Patienten und Angehörigen. Während der Projektlaufzeit übernahm das Landeskrankenhaus die Finanzierung der Personalkosten. Jetzt geht es darum, das Angebot Flächen deckend auszuweiten.

Medizinische und ökonomische Prozessoptimierung in der Notaufnahme durch IT-gestützte Behandlungspfade und eine Ersteinschätzung in einem integrierten System – Projekt der Notaufnahme des Klinikums Frankfurt (Oder)
In allen Notaufnahmen Deutschlands nehmen die Patientenzahlen zu. Das ist auch im Klinikum Frankfurt(Oder) nicht anders. Viele dieser Patienten sind allerdings keine wirklichen Notfälle. Ausgangssituation für das Projekt waren der jährliche Anstieg der Patientenkontakte um sieben Prozent und u.a. eine unstrukturierte, nicht standardisierte Ersteinschätzung der Patienten in der Notaufnahme. Ziel des Projekts war die Einführung einer lückenlos dokumentierten Ersteinschätzung mit anschließender prozessorientierter Patientensteuerung über klinische Behandlungspfade. Das gemeinsam mit einer EDV-Firma aus Berlin entwickelte System – es steht auch anderen Notaufnahmen zur Verfügung - ermöglicht eine symptomorientierte, standardisierte Ersteinschätzung, die Dringlichkeit, Priorität und Behandlungsreihenfolge empfiehlt. Die Entscheidungen werden für das Risikomanagement nachvollziehbar dokumentiert. Die Ermittlung der Krankheitsschwere erfolgt nach definierten Parametern, Entscheidungskriterien und Indikatoren. Der gesamte Behandlungsverlauf des Patienten wird dokumentiert. Es gibt ein Statistikmodul für regelmäßige Auswertungen. Inzwischen sind erste Prozessoptimierungen umgesetzt.
Die mehr als 45.000 bisher ausgewerteten Patientendaten führten zu Prozessverbesserungen und Modifikationen an den Behandlungspfaden und der Ersteinschätzung. Anhand der Auslastungsanalyse  konnte das Dienstplanmodell optimieren werden.

Der Golden Helix Award geht 2012 in sein 20. Jahr.
Projekte dafür können ab sofort eingereicht werden. Teilnahmeinformationen unter
www.vkd-online.de

Hintergrund:

Der Golden Helix Award
Träger des Golden Helix Award, des ältesten Qualitätspreises für das Gesundheitswesen im deutschsprachigen Raum, ist der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands. Mit dem Preis werden seit 1992 Projekte ausgezeichnet, die bei gleichzeitiger Begrenzung der Kosten der Erhöhung der Qualitätsstandards im Gesundheitswesen dienen. Wesentliche Kriterien sind der Nutzen für die Patienten und die Übertragbarkeit des Projekts auf andere Gesundheitseinrichtungen und Organisationen. Belegt werden muss außerdem quantitativ, dass durch das Projekt die Versorgungsqualität tatsächlich verbessert wurde.

Die Sponsoren
Sponsoren des diesjährigen Golden-Helix-Wettbewerbs sind die ECCLESIA Versicherungsdienst GmbH,  die BfS Bank für Sozialwirtschaft, die Sozietät cms Hasche Sigle und Siemens Deutschland.

Kontakt:
VKD-Geschäftsstelle Berlin
Tel.: 030-28885912
vkdgs@vkd-online.de

Pressesprecher Peter Asché
Kfm. Direktor Universitätsklinikum Aachen
Tel:  0241 8088000
pasche@ukaachen.de

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt 2.800 Manager in Gesundheitseinrichtungen in Deutschland.
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