VKD: Kassen müssen nicht weiter entlastet werden! Die Politik sollte die konstruktiven Vorschläge des Krankenhausmanagements stärker einbeziehen

Berlin, d. 21. 11. 2011 . Nach Abschluss des 34. Deutschen Krankenhaustags am 19. November zieht der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) eine positive Bilanz dieser größten politischen und fachlichen Diskussions- und Weiterbildungsplattform für die Kliniken in Deutschland. "Wir haben unsere Positionen gegenüber der Politik, anderen Verbänden und auch der Industrie klar vertreten und konnten auch international unsere Erfahrungen im Management der Krankenhäuser einbringen", erklärte Dr. Josef Düllings, neu gewählter Präsident des VKD.

Er bedauerte in seinem Fazit aber auch, dass sich die Politik bisher nicht auf eine Entlastung der Krankenhäuser im Versorgungsstrukturgesetz einigen konnte. Das sei erneut in der politischen Auftaktveranstaltung des Krankenhaustages deutlich geworden. Das Gesetz, das derzeit in die letzten Beratungsrunden geht, verfehle sein Ziel, die medizinische Versorgung in der Fläche zu stabilisieren, so Dr. Düllings. Es stärke einseitig die niedergelassenen Ärzte und ignoriere dabei den wesentlichen Anteil der Krankenhäuser gerade in unterversorgten Regionen.  Düllings bezog sich dabei u.a. auf den Vortrag des Gesundheitspolitischen Sprechers der CDU/CSU-Fraktion, Jens Spahn. „Dass die Regierungskoalition jetzt erst einmal die Ergebnisse der laufenden Tarifverhandlungen abwarten will, ehe sie die Krankenhäuser eventuell entlastet, ist Augenwischerei. Wie es um die Kliniken steht, wissen die Gesundheitsexperten der Koalitionsparteien. Das Bundesgesundheitsministerium hat die Sparbeiträge des stationären Bereichs doch selbst ins GKV-Finanzierungsgesetz geschrieben. Wenn Herr Spahn jetzt erklärt, dass die finanzielle Situation der Krankenkassen weiter stabilisiert werden müsse, können das die Krankenhäuser nur als Hohn empfinden. Die Kassen sitzen inzwischen auf einem Berg von Rücklagen in zweistelliger Milliardenhöhe“, so Düllings.

Dass es noch Änderungen im geplanten neuen  Bereich der spezialfachärztlichen  Leistungen geben soll, wie ebenfalls von Spahn angekündigt, begrüße der Verband. „Zumindest eine Lockerung der unsinnigen, bisher vorgesehenen Kooperationsvereinbarungen der Krankenhäuser mit niedergelassenen Ärzten ist zwingend notwendig, wenn es nicht zur Verschlechterung der Situation vor allem krebskranker Patienten kommen soll. Das hat der VKD stets gefordert“, erklärte Düllings.

Als einen immer wichtiger werdenden Schwerpunkt der Konferenz betrachtet der VKD die europäische Gesundheits- und Krankenhauspolitik. Der Verband beteiligte sich daher u.a. auch engagiert an der Organisation der First European Hospital Conference. „Innerhalb der Europäischen Vereinigung der Krankenhausdirektoren, setzt sich unser Verband stark für das Thema eHealth ein“, betonte der VKD-Chef und verwies auf eine entsprechende Initiative in der Europäischen Vereinigung der Krankenhausdirektoren (EVKD). Präsident der EVKD ist Heinz Kölking, bis vor kurzem auch Josef Düllings Vorgänger im Amt des VKD-Präsidenten. Ein anderes Projekt – die EU-Richtlinie zu den Patientenrechten – sei allerdings mit der darin geforderten umfassenden Transparenz über die Klinikleistungen nicht leicht umzusetzen“, gab Düllings zu bedenken. „Das ist auch eine Frage der finanziellen und personellen Kapazitäten.“

Bereits zum 19. Mal wurde der mit 5.000 Euro dotierte Golden Helix Award verliehen. Träger des Preises ist der VKD, der damit auch demonstriert, dass er sich bereits über viele Jahre mit dem Thema Qualität im Krankenhaus auseinandersetzt und sich für Verbesserungen engagiert. Preisträger dieses Jahres sind zu gleichen Teilen das Klinikum Frankfurt (Oder) und das Landeskrankenhaus St. Pölten. In Frankfurt (Oder) ging es dem Projektteam um eine IT-gestützte Verbesserung der Versorgung in der Notaufnahme. In St. Pölten engagierten sich die Mitarbeiter für eine assistierte Peritonealdialyse für schwer kranke Patienten im häuslichen Umfeld. (ausführlich unter www.vkd-online.de)

Ohne moderne IT-Ausstattung ist ein Krankenhaus heute kaum denkbar.  Der Verband der Krankenhausdirektoren fördert daher die Kooperation von Krankenhäusern mit IT- und Beratungsunternehmen u.a. in der Entscheiderfabrik 2011 „Unternehmenserfolg durch optimalen IT-Einsatz“. Die in diesem Jahr gemeinsam erarbeiteten fünf Projekte wurden in der überaus gut besuchten Veranstaltung der Entscheiderfabrik im Rahmen des Krankenhaustages vorgestellt: Die „FallAkte Plus“ analysiert die Faktoren für ein Provider-Konzept zur elektronischen Fallakte und ermittelt wichtige Mehrwertdienste, im IT-optimierten Medizincontrolling geht es um e-Medikation, das Projekt Aura beschäftigt sich mit der Nutzung eines mobilen Arbeitsplatzes, das Projekt Bildmanagement meets Dokumentenmanagement definiert einen best-practice-Ansatz für die Archivierung und Speicherung von Daten und ein weiteres Projekt beschäftigt sich mit der Vernetzung von Medizintechnik mit Informations- und Managementsystemen.  In der „Entscheider-Lounge“ trafen sich an allen Konferenztagen Interessenten aus Krankenhaus, Beratung und Industrie zu zahlreichen Gesprächen. 

Viele VKD-Mitglieder und Partner des Verbandes sowie zahlreiche Interessenten besuchten auch den Stand des VKD in der Messe. Der traditionelle Treffpunkt nahe dem CongressCenter Ost bietet in jedem Jahr Raum für kleine und größere Gesprächsrunden, informiert über die Arbeit des Verbandes und hält die aktuellen Publikationen bereit.

„Der 34. Deutsche Krankenhaustag war auch für unseren Verband wieder das wichtigste politische Treffen dieses Jahres“, resümierte Dr. Josef Düllings. „Unsere Hoffnung ist, dass die Politik die konstruktiven Vorschläge des Krankenhausmanagements in ihre Entscheidungen einbezieht. Das wäre gut für die Kliniken und vor allem wichtig für die Patienten.“

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Pressesprecher Peter Asché
Kfm. Direktor Universitätsklinikum Aachen
Tel:  0241 8088000
pasche@ukaachen.de

Der Verband der Krankenhausdirektoren Deutschlands e.V. (VKD) vertritt 2.800 Manager in Gesundheitseinrichtungen in Deutschland.
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