VKD: Belastungsgrenze der Kliniken ist in vielen Regionen erreicht

Krankenhäuser in verschiedenen Regionen kommen inzwischen an ihre Aufnahmegrenzen. Mit der aktuellen, zum Teil besorgniserregenden Belegungslage vieler Krankenhäuser beschäftigten sich gestern auch die Mitglieder des VKD-Präsidiums. Mit verschiedenen Aktionen machen inzwischen Krankenhäuser auf die Situation aufmerksam.

Corona kennt KEINE Kompromisse

Berlin, d. 11. Dezember 2020. Krankenhäuser in verschiedenen Regionen kommen inzwischen an ihre Aufnahmegrenzen. Mit der aktuellen, zum Teil besorgniserregenden Belegungslage vieler Krankenhäuser beschäftigten sich gestern auch die Mitglieder des VKD-Präsidiums. Mit verschiedenen Aktionen machen inzwischen Krankenhäuser auf die Situation aufmerksam.

Dresdner Kliniken haben gemeinsam an die Bürger ihrer Stadt und Region appelliert, sich bitte strikt an die Corona-Regeln zu halten. Aus Nordrhein-Westfalen melden VKD-Mitglieder, dass sie ebenfalls enorm steigende Zahlen schwer erkrankter Covid-19-Patienten registrieren. Das binde zunehmend auch Personal, das andere, ebenfalls schwer kranke Patienten, behandele und versorge. Das Medizinische Zentrum Bad Lippspringe hat angesichts der „überlaufenden“ Intensivstationen in seiner Region zu einem stillen Spaziergang aufgerufen, um ein Zeichen für den vernünftigen Umgang mit der Pandemie zu setzen und für die Einhaltung der AHA plus L-Regeln zu werben.

Die Zahlen steigen nach kurzer Stagnation inzwischen weiter an. Lange hatte Deutschland im internationalen Vergleich eine gute Position. Jetzt ist die Zahl der Covid-19-Toten auf über 20.000 gestiegen. Die Corona-Lage verschlechtert sich von Tag zu Tag. Täglich werden zudem neue Ausbrüche in Pflegeheimen gemeldet. Damit wird auch in Bundesländern mit etwas geringerer Inzidenz die Situation brisanter. „Wir sehen das als Krankenhausdirektoren gemeinsam mit Ärzten und Pflegenden in unseren Häusern mit großer Sorge“, sagt VKD-Präsident Dr. Josef Düllings. „Noch muss sich kein Patient aktuell sorgen, nicht behandelt zu werden. Die Entwicklung darf aber nicht so weitergehen. Ich finde es unerträglich, wenn es immer noch Unvernünftige gibt, die meinen, es ginge sie alles nichts an. Der Staat kann nicht alles für seine Bürger regeln, weil er über die konkreten Alltagssituationen keinen Überblick hat. Das zeigt das aktuelle Krisenmanagement in der zweiten Welle. Der Einzige, der wirklich Interesse an seiner Gesundheit hat, ist jeder Mensch für sich selbst. Dies sollte einem bewusst sein – im Alltag, nicht erst auf der Intensivstation. Deshalb gilt unser dringender Appell: Halten Sie sich im Kampf gegen Corona an die AHA plus L-Regeln –auch und gerade im privaten Miteinander. Corona kennt KEINE Kompromisse.“

In den Sommermonaten habe die Politik leider vieles versäumt, obwohl nicht nur Experten, sondern auch viele Praktiker aus den Krankenhäusern und auch der VKD ausdrücklich vor einer zweiten Welle im Herbst gewarnt hätten. Das beträfe u.a. den Schutz von Bewohnern und Mitarbeitern in Pflegeheimen, aber auch die Aufrüstung der Gesundheitsämter – Erkenntnisse aus der ersten Welle, denen leider kaum Taten gefolgt seien. Jetzt aber sei nicht die Zeit für die sicher notwendige Aufarbeitung. Es gelte erst einmal, durch konsequentes Handeln jedes Einzelnen, insbesondere über die Feiertage, wieder in ein besseres Fahrwasser zu gelangen, so der VKD-Präsident.