PRESSEMITTEILUNG | 17.06.2026 | Berlin
68. Jahrestagung des VKD:
Es waren zwei intensive Tage voller Diskussionen, neuer Erkenntnisse, mit einem inspirierenden politischen und fachlichen Programm. Hinzu kamen viele Gespräche und der Austausch unter Kolleginnen und Kollegen. Die 68. Jahrestagung des Verbandes des Klinikmanagements Deutschlands (VKD) am 15. und 16. Juni in Berlin, die gestern Nachmittag zu Ende ging, wird sicher noch länger nachwirken.
Der erste Konferenztag startete mit dem Thema, das wohl allen Klinikmanagern auf den Nägeln brennt – der wirtschaftlichen Situation, in der sich die Krankenhäuser nicht erst heute befinden, die sich aber aktuell noch einmal deutlich schwieriger gestaltet als in den Jahren zuvor. Mitten in der Umsetzung einer herausfordernden Krankenhausreform, einer nur wenig entlastenden Reformanpassung sowie den nur unzureichend und nie völlig kompensierten Inflationskosten der vergangenen Jahre und dem Sonderopfer zur Stabilisierung der GKV bereits 2025 in Höhe von rund 1,8 Mrd. Euro soll nun ein Sparpaket für die Krankenkassen die finanziellen Lasten der Kliniken noch einmal deutlich vergrößern.
In seinem Grußwort ging der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Tino Sorge, auf die aktuelle Situation und die vorgesehenen Regelungen ein. Er erklärte zwar, man werde noch einmal sehen, wo man vielleicht mehr Flexibilität und Erleichterungen bei bürokratischen Maßnahmen hinbekommt und den Kliniken mehr Beinfreiheit geben kann. Aber der Krankenhausbereich werde nicht aus dem Gesetz herausgenommen.
Die Aussagen dazu in der Podiumsdiskussion mit VKD-Präsident Dirk Köcher, dem DKG-Vorstandsvorsitzenden Dr. Gerald Gaß, dem Präsidenten des VLK, PD Dr. Michael A. Weber, dem Hauptgeschäftsführer der Alexianer, Dr. Christian von Klitzing sowie für den AOK-Bundesverband Dr. Jürgen Malzahn ließen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Man spürte die Sorge der Klinikmanager, auch wenn betont wurde, dass man die Herausforderungen nun annehmen werde. Auch dafür wurden Möglichkeiten benannt. Doch große Hoffnung, dass sich am GKV-Spargesetz noch Nennenswertes ändern werde, gab es nicht. Die Folgen würden kommen, die kalte Strukturveränderung gehe jedenfalls damit weiter. Den gefühlt größten Hebel hätten wohl noch die Länder. Wenn das Gesetz so verabschiedet werde, würden die ausgelösten Kollateralschäden zeigen, wie die Menschen wählen, denn im Kernbereich der Gesundheitsversorgung müsse der Staat verlässlich sein.
Der gestrige zweite Tag war dann geprägt von fachlich-praktischen Themen zur Resilienz der Krankenhäuser, eingebunden von dem übergreifenden Thema der geopolitischen Bedrohungslage und deren globalen und lokalen Folgen. Den Abschluss machte das inzwischen allgegenwärtige Problem des Umgangs mit Künstlicher Intelligenz und der notwendigen Strategie, mit der Kliniken damit umgehen sollten/könnten. Beides inspirierende Vorträge, die hoch aufmerksam verfolgt wurden.
Das Leben ohne Netz – Gesundheitsversorgung im Berliner Blackout – war das Praxisbeispiel, das von den im Januar dieses Jahres unmittelbar beteiligten Akteuren anschaulich beschrieben wurde. Auch die danach gezogenen Schlussfolgerungen wurden dabei nicht ausgelassen. Dass im Berliner Senat seit Jahren bereits eine professionelle Struktur dafür aufgebaut wurde, zeigte, wie man sich auf Gefahrenlagen vorbereiten kann, auch wenn trotz aller Vorbereitung immer noch Lücken auftauchen, die man schließen muss. Darüber berichtete Helge Franz, Leiter der Abteilung 1 in der zuständigen Senatsverwaltung.
Roy J. Noack, Geschäftsführer des Immanuel Krankenhauses, und Bernd Quoß, Vorstand des Krankenhauses Waldfriede und angeschlossenen weiteren Einrichtungen, schilderten ausführlich die damalige Situation für die Häuser, die bereits vorhandenen Mittel, darauf zu reagieren, die kommunikativen Aktionen, die Notwendigkeit, in solchen Situationen eine klare Stabsstruktur zu haben und zogen ebenfalls das Fazit für weitere Verbesserungen der Resilienz. Praxisberichte, die nicht ausführlicher und konkreter hätten sein können – und die auch zu weiteren Fragen der Teilnehmer führten, die in der Diskussion danach zu beantworten waren.
Gesprächsstoff wird es zum Thema Resilienz auch künftig reichlich geben, ein weiterer Erfahrungsaustausch ist vorprogrammiert und notwendig. Und das ist ja auch der Sinn der Jahrestagungen des VKD. Die nächste findet in einem Jahr wieder in Berlin statt.
Im Foto: Dr. Martin C. Wolff am Pult zu geopolitischen Bedrohungen
Aufn. VKD
aktualisiert: 17. Juni 2026




















