VKD zum Internationalen Tag der Patientensicherheit

Sicherheit der Patienten und ihrer Daten hat höchste Priorität

Berlin, d. 16. September 2018. „Kontakt mit dem Arzt per App. Schnellste Versorgung von Patienten auch in ländlichen Regionen durch Netzwerke, in denen Expertenwissen und Therapieempfehlungen telemedizinisch sofort verfügbar sind. Digitale Anwendungen verbessern die Patientensicherheit. Sie werden künftig eine noch weit bedeutendere Rolle im Krankenhaus, den REHA-und Pflegeeinrichtungen spielen als bisher bereits“, sagt die Geschäftsführerin des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD), Gabriele Kirchner. Morgen ist der 4. Internationale Tag der Patientensicherheit. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist sein Thema.

„Digitalisierung und Patientensicherheit sind seit langem auch wichtige Themen unseres Verbandes. Der VKD gehört daher aus gutem Grund zu den Förderern des Aktionsbündnisses Patientensicherheit“, so Gabriele Kirchner. „Seit vielen Jahren arbeiten unsere Mitglieder aus den Krankenhäusern, den REHA-, Psychiatrischen und Pflegeeinrichtungen, sowie aus MVZs an digitalen Projekten gemeinsam mit IT-Firmen und Beratern im Rahmen der vom VKD mitgegründeten Entscheiderfabrik. Natürlich spielt dabei auch die Sicherheit der Patienten stets eine große Rolle.“

Ein Quantensprung wäre aus Sicht des VKD vor allem die flächendeckende Einführung der elektronischen Patientenakte. Sie würde - richtig ausgestaltet - die Patientensicherheit insgesamt deutlich weiter verbessern - etwa durch eine schnellere Verfügbarkeit der Daten, eine lückenlose, berufsübergreifende Dokumentation, die Unterstützung der Pflegeprozesse und der Pflegeplanung und einen schnelleren Zugriff auf archivierte Befunde. Deutschlands Krankenhäuser sind hier im Vergleich zu anderen Ländern weit im Hintertreffen. Ein Grund dafür sei, so der Verband, dass vielen Krankenhäusern die Investitionsmittel für diese wichtige Infrastruktur fehlten – eine Folge der jahrelangen mangelhaften Investitionsfinanzierung durch die Länder.

Generell, darauf verweist Gabriele Kirchner, ist die Patientensicherheit in deutschen Krankenhäusern seit Jahren kontinuierlich hoch. Das habe auch in diesem Jahr u.a. wieder die Behandlungsfehlerstatistik der Bundesärztekammer für das Jahr 2017 gezeigt. Im Vergleich zum Vorjahr weist die Statistik mit 2213 anerkannten Fehlern sogar einen leichten Rückgang aus (-32). Dazu trage auch eine Vielzahl von Maßnahmen zur Qualitätssicherung bei.

Auch bei sämtlichen Digitalisierungsprojekten müsse natürlich immer auch die Sicherheit der Patienten und ihrer Daten eine große Rolle spielen. Das habe höchste Priorität. Der Stellenwert der IT-Sicherheit und damit die Anforderungen an das Risikomanagement der Krankenhäuser wachsen daher. Die Gefahren, nicht nur durch externe Angriffe, nehmen leider zu. Auch die vielfältigen Vernetzungen innerhalb der Krankenhäuser und nach außen erfordern hier größte Aufmerksamkeit, Vorsicht und die Sensibilisierung aller Mitarbeiter für diese Herausforderungen.

Hintergrund

Am 17. September findet der 4. Internationale Tag der Patientensicherheit statt. Das Schwerpunktthema: Digitalisierung und Patientensicherheit. Die Federführung hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit. Die Digitalisierung sei die Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts. Sie erfasse jeden Lebensbereich. Die Gesundheitsversorgung sei ein bedeutendes Feld für die voranschreitende Digitalisierung, so die Begründung des Themas 2018. Mit dem Internationalen Tag der Patientensicherheit will das Aktionsbündnis in Deutschland eine Plattform für das gemeinsame Engagement aller Beteiligten im Gesundheitswesen bieten. Bundesweit gibt es Informationsveranstaltungen vieler Akteure aus allen Bereichen des Gesundheitswesens.