Inzwischen brennt vielerorts die Luft

VKD-Präsidium fordert einen „Rettungsschirm 3.0 jetzt!“ für die Krankenhäuser

Berlin, d. 9. Dezember 2021. Kick-Start für die Bundesregierung, Kick-Start auch für den neuen Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach. Die schwierige Situation vieler Krankenhäuser – großer wie kleiner – erfordert schnelles Handeln. „Wir brauchen einen Rettungsschirm 3.0 jetzt!“ fordern die Mitglieder des Präsidiums des Verbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) in ihrer heutigen Videokonferenz.

Die Zahl der Corona-Patienten steige, die vierte Pandemiewelle ist in den Kliniken angekommen. „Erneut werden teils erhebliche Bettenkapazitäten für Corona-Patienten freigehalten und planbare Leistungen, die für die wirtschaftliche Sicherung der Kliniken unentbehrlich sind, verschoben“, so VKD-Präsident Dr. Josef Düllings. In Süd-Brandenburg brennt die Luft, Patienten werden in Berliner Häuser gebracht. In Baden-Württemberg wurden schon Ende November Intensivpatienten etwa aus Karlsruhe nach Rheinland-Pfalz und ins Saarland gebracht. Aus Bayern werden schwerkrankte Corona-Patienten nach Nordrhein-Westfalen geflogen. Die Landeskrankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz warnt: Fast zwei Drittel der Krankenhäuser im Bundesland erwarten ein Defizit für 2021.

„Nicht überall ist die Lage gleich schwierig, aber sie spitzt sich zu“, mahnt VKD-Präsident Dr. Josef Düllings. „Wir brauchen – und das hat unser Verband schon Mitte November gefordert – wieder Regelungen, die uns diese ohnehin schwere Zeit wirtschaftlich überstehen lassen.“

Dazu gehören aus Sicht des VKD Nachbesserungen beim Ganzjahreserlösausgleich 2021, der auch die ambulanten Leistungen umfasst und den Krankenhäusern eine auskömmliche Finanzierung ermöglicht. „Die Kliniken benötigen dringend unbürokratische Liquiditätshilfen und kostendeckende Ausgleichszahlungen. Die Pandemie wird die Kliniken auch 2022 weiter belasten. Daher ist eine Verlängerung des nachgebesserten Ganzjahreserlösausgleich auch für das kommende Jahr erforderlich“, so Dr. Düllings. Außerdem notwendig sind Regelungen zur Verringerung der Bürokratie, der Dokumentationspflichten und für einen flexiblen Personaleinsatz. Das war ja auch bereits in den ersten Monaten der Pandemie schon möglich.

Die neue Bundesregierung muss nun schnell tätig werden, so die Forderung der Mitglieder des VKD-Präsidiums, die alle Geschäftsführer von Krankenhäusern sind. „Wir brauchen eine Absicherung unserer Budgets. Geschieht das nicht zeitnah, stehen gegebenenfalls ganze Standorte auf der Kippe“. Die Meldungen dazu nehmen in den Medien aktuell zu.