Gemeinsame digitale Plattform für Patienten und Leistungserbringer

Ideen, Projekte, Innovationen

Patientenportal Saarland soll Datenaustausch erleichtern und Bürokratie reduzieren

Patientinnen und Patienten, vor allem saarländischer Kliniken, sollen ab Ende 2025 virtuell mit ihrem Krankenhaus über ein gemeinsam betriebenes Patientenportal Daten und Informationen austauschen können. Nicht individuelle Portale, sondern eine einheitliche Plattform mit eigenem Logo soll den Datenaustausch erleichtern.

Der Startschuss für das Gemeinschaftsprojekt fiel im Oktober 2024, verbunden mit einer Kick-Off-Veranstaltung. Ende dieses Jahres soll das digitale Patientenportal – ein Projekt, zu dem sich elf Krankenhäuser, davon neun aus dem Saarland, zwei aus Rheinland-Pfalz, unter Federführung der Saarländischen Krankenhausgesellschaft (SKG) zusammengeschlossen haben – online gehen. Damit besteht dann für Patientinnen und Patienten die Möglichkeit, Termine mit Kliniken digital zu vereinbaren, vor der Aufnahme in ein Krankenhaus relevante Daten und Dokumente online bereitzustellen, eine digitale Anamnese durchzuführen, mit dem Klinikpersonal Nachrichten auszutauschen und über den Stand ihrer Behandlung informiert zu werden.

Über die Benutzeroberfläche der Patientenportal-App, die etwa auf einem Smartphone, PC, Laptop installiert werden kann, können die Patienten und interessierte Bürger die vielfältigen Funktionen des Portals nutzen.

Möglich wurde das Vorhaben durch das Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG). Mit dem KHZG erhalten Kliniken bis Ende 2025 für Digitalisierungsmaßnahmen, wie zum Beispiel die Einrichtung eines Patientenportals, Fördermittel. Hierfür hat der Bund den Krankenhauszukunftsfonds gegründet. Dieser Krankenhauszukunftsfonds nutzt Fördermittel der Europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF). Die Länder steuern zusätzliche Fördermittel zu den Digitalisierungsprojekten zu.

Die elf Krankenhäuser im Saarland haben sich für diese Digitalisierungsmaßnahme unter Federführung der Saarländischen Krankenhausgesellschaft e. V. (SKG) zusammengeschlossen und dieses gemeinsame Projekt erarbeitet. Durch die gemeinsame Ausschreibung, das gemeinsame Konzept und das Projektmanagement können das Patientenportal und die dafür notwendige digitale Infrastruktur in einer Dimension angegangen werden, die bei der Umsetzung von Einzelprojekten der Krankenhausträger in dieser Qualität kaum möglich gewesen wäre.

Die gemeinsam betriebene interoperable Plattform verbindet künftig die Patienten mit den beteiligten Kliniken, aber auch die Kliniken untereinander. So können unkompliziert Behandlungsunterlagen im Falle einer Verlegung – nur mit Einverständnis des Patienten – sekundenschnell auch der Folgeklinik zur Verfügung gestellt werden. Im weiteren Projektverlauf können Patienten die Medizindaten aber auch direkt mit anderen weiterbehandelnden Ärzten teilen, zum Beispiel nach einer stationären Behandlung.
Die Digital Avantgarde als zentrales Projektbüro sowie der Patientenportalanbieter PLANFOX haben zunächst erste Umsetzungsschritte für den Rollout festlegt. PLANFOX sowie die Subunternehmen Vitagroup und Vamed begannen nach dem Startschuss im Oktober vorigen Jahres mit der Implementierung einzelner Pilotkliniken.

„Dieses gemeinsame Patientenportal mit Interoperabilitätsplattform ermöglicht es uns, unsere Patienten stärker in die Behandlung einzubinden und bietet den Kliniken die Möglichkeit der besseren Zusammenarbeit. Es ist großartig zu erleben, wie viele begeisterte Menschen sich einsetzen, um unser Gesundheitswesen neu zu denken und zu verbessern“, so Dr. Thomas Jakobs, Geschäftsführer der Saarländischen Krankenhausgesellschaft e. V.

Die IT- und Datensicherheit haben bei der Umsetzung dieses Projekts höchste Priorität. Insgesamt stellen sich die saarländischen Krankenhäuser mit diesem Digitalisierungsprojekt zukunftssicher auf und schaffen die Grundlagen für weitere Zusammenarbeit im Bereich der Digitalisierung. Mit dieser saarländischen Lösung profitieren Patienten und Leistungserbringer von der einfacheren und schnelleren Interaktionsmöglichkeit bei gleichzeitig reduzierter Bürokratie.