MEDIZINISCHES KONZEPT FÜR DIE GEPLANTE HOLDING DES KLINIKUMS DARMSTADT UND DES AGAPLESION ELISABETHENSTIFTS NIMMT GESTALT AN
von
VKD
Klinikum Darmstadt GmbH
Das Klinikum Darmstadt ist der kommunale Maximalversorger in Südhessen und hier das einzige Krankenhaus der umfassenden Notfallversorgung. Ende 2020 wurde ein zentraler Neubau mit 1000 modernen Betten in komfortablen Stationen in Betrieb genommen. Es werden 3.500 Mitarbeitende beschäftigt. Das Krankenhaus zeichnet sich durch eine moderne Medizintechnik, weitgehende Digitalisierung, ein umfassendes Qualitätsmanagement, zahlreiche Zertifizierungen und eine breit aufgestellte, hervorragende Krankenhaushygiene aus. Es gibt vier Intensivstationen, eine IMC, 25 OP-Säle, 22 Kliniken und Institute. Das Klinikum ist Akademisches Lehrkrankenhaus der Universitäten Frankfurt und Mannheim/Heidelberg und für Pflege in Kooperation mit der FOM Hochschule. Zur GmbH gehören MVZ, ein Altenpflege- und ein Wohnheim sowie Servicegesellschaften.
Die Wissenschaftsstadt Darmstadt und die AGAPLESION gAG planen vor dem Hintergrund der Krankenhausstrukturreform eine Kooperation von Klinikum Darmstadt und AGAPLESION ELISABETHENSTIFT. Unter dem Dach einer neuen Holding soll aus den beiden Darmstädter Krankenhäusern ein gemeinsames neues Krankenhaus an den beiden Traditions-Standorten entwickelt werden. Die Vertragsverhandlungen sind an einem entscheidenden Punkt.
Für die Realisierung der Holding sind finanzielle Mittel vor allem für Baumaßnahmen zwingend erforderlich: Nur dann kann aus zwei eigenständigen Krankenhäusern ein neues Krankenhaus mit zwei Standorten entwickelt, können Synergien gehoben und Verbesserungen in der Versorgung erreicht werden. Das Hessische Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege ist intensiv in die Planungen eingebunden und befürwortet das Vorhaben.
„Grundlage der Förderanträge ist die Aufstellung eines medizinischen Konzeptes für das neue Krankenhaus in Darmstadt, das damit Gestalt annimmt“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende der Klinikum Darmstadt GmbH und Klinikdezernent André Schellenberg. „Klar ist, dass wir als Trägerin eines kommunalen Krankenhauses aufgrund der Haushaltslage und der nicht auskömmlichen dualen Krankenhausfinanzierung nicht in der Lage sind, anstehende Baumaßnahmen zu finanzieren. Deshalb ist die Bewilligung von Fördermitteln durch das Land in Abstimmung mit den Kostenträgern sowie durch das für den Strukturfonds zuständige Bundesamt für Soziale Sicherung notwendig. Wenn diese nicht kommen, dann können wir die geplante Holding nicht gründen.“
„Unser Vorhaben hat Modellcharakter. Wir möchten dadurch die medizinische Versorgung der Darmstädter Bürgerinnen und Bürger und auch aus der gesamten Region auf ein neues Niveau bringen“, sagt Dr. Markus Horneber, Vorstandsvorsitzender der AGAPLESION gAG. „Das Medizinische Konzept zeigt auf, wie wir die Versorgungsqualität für die Bürgerinnen und Bürger nachhaltig verbessern möchten. Die Projektgruppe hat dafür ein ausdifferenziertes und breit aufgestelltes medizinisches Leistungsangebot erarbeitet – von hochkomplexer Intensivmedizin bis hin zu ambulanten Eingriffen und Hybrid-Leistungen. Am Ende des Entwicklungsprozesses steht ein leistungsstarker Maximalversorger mit hervorragenden Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten. So sind wir für alle bestehenden und künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein sehr attraktiver Arbeitgeber“, ergänzt Horneber.
„Unser Vorhaben hat Modellcharakter. Wir möchten dadurch die medizinische Versorgung der Darmstädter Bürgerinnen und Bürger und auch aus der gesamten Region auf ein neues Niveau bringen“,
DR. MARKUS HIORNEBER, VORSTANDSVORSITZENDER DER AGAPLESION gAG
Eckpunkte des Medizinischen Konzepts
Am Standort Elisabethenstift wird der Fokus auf elektive somatische Behandlungen gelegt. Zukünftig sollen ambulante Operationen dort stattfinden, Geriatrie und Orthopädie verbleiben. Die Augen- und die Hautklinik des Klinikums Darmstadt wechseln dorthin. Zudem wird die Psychosomatik des Klinikums Darmstadt künftig die psychiatrische Klinik am Standort Elisabethenstift komplettieren. An den Standort des Klinikums wechseln die Innere Medizin, die Kardiologie, die Gastroenterologie sowie die stationäre Viszeral- und Unfallchirurgie. Die Notaufnahme des Klinikums Darmstadt wird erweitert und gestärkt.
All dies macht umfangreiche bauliche Maßnahmen notwendig, die 2027 beginnen und voraussichtlich vier Jahre dauern werden. Die Rochade startet mit Baumaßnahmen, die zur Zusammenführung aller Intensivstationen zu einem Intensivmedizinischen Zentrum mit 63 Betten am Standort Grafenstraße führen. Diese ersten Umzüge und Zusammenlegungen sind vorsichtig optimistisch für 2028 vorgesehen.
Blick in die zwei Schockräume der Zentralen Notaufnahme
„Jetzt wird deutlich, dass es für einige Teams in den nächsten Jahren räumliche Veränderungen geben wird, auch wenn unsere Standorte nah beieinander liegen. Ziel ist es, alle Mitarbeitenden auf dem Weg zu halten und mitzunehmen. Wir brauchen alle Fachkräfte an Bord“, sagt der Sprecher der Geschäftsführung des Klinikums Darmstadt, Clemens Maurer. „Diese lange Zeitspanne werden wir nutzen, damit wir bereits als ein Team zusammenwachsen, bevor sich räumliche Änderungen ergeben. So sollen sich die Mitarbeitenden frühzeitig kennenlernen können, um gemeinsam neue Profile zu entwickeln.“
Michael Nowotny, Geschäftsführer des AGEPLESION ELISABETHENSTIFT, ergänzt: „Wir wissen, dass Veränderungen Unsicherheiten und Ängste auslösen. Diese nehmen wir sehr ernst. Der Prozess des Zusammenschlusses wird begleitet werden von einem umfangreichen und transparenten Change-Management, das die Veränderung systematisch plant, steuert und umsetzt, damit der Zusammenschluss gelingt und erfolgreich wird.“
Die Gesellschafter sind mit Blick auf den Krankenhaus- und Gesundheitsmarkt sicher, dass der Zusammenschluss der richtige Weg ist, allen Mitarbeitenden mehr Sicherheit, langfristige Arbeitsplätze und gute Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb eines Unternehmens zu gewährleisten. „Wir können mit dem medizinischen Konzept medizinische Leistungen in Darmstadt halten – Stichwort Mindestmengen – und neue medizinische Angebote etablieren – Stichwort Neurologische Früh-Reha Phase B. Damit erhalten wir eine wohnortnahe medizinische Versorgung“, sagt Dr. Jörg Noetzel, Medizinischer Geschäftsführer des Klinikums Darmstadt.
Kultur-Team gegründet
Ein neu gegründetes Kultur-Team nimmt gerade die Arbeit auf. Es setzt sich intensiv mit dem Zusammengehen und der Entwicklung einer gemeinsamen Unternehmenskultur auseinander und soll eine innovative, zeitgemäße Lösung finden. Lösungen braucht es auch noch in der für Mitarbeitende so wichtigen Frage der Lohnangleichung. Gearbeitet wird derzeit auch mit Hochdruck an der Ausgestaltung der Gesellschafterverträge.
Beide Partner streben die Gründung der Holding zum 1. Januar 2026 an. Zuvor stehen in diesem besonderen Verfahren noch wichtige Gremienentscheidungen an. Beide Gesellschafter und die Geschäftsführungen der zwei Darmstädter Krankenhäuser haben vereinbart, alle Mitarbeitende engmaschig über den jeweils aktuellen Stand des Projektes zu informieren und dazu in den Austausch zu gehen. Die gemeinsamen Sprechstunden, bei denen alle Mitarbeitende Fragen stellen und Sorgen platzieren können, werden an beiden Standorten intensiviert.
Das Zielbild steht: Durch die Kooperation der beiden Darmstädter Krankenhäuser entsteht ein zukunftsfähiges und leistungsstarkes medizinisches Angebot, das die Versorgung der Menschen in der Region Südhessen nachhaltig verbessert.
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In den nächsten vier Jahren entwickelt sich das Krankenhaus Seelow weiter zu einem Gesundheitscampus als zentraler Anlaufpunkt für die Bürgerinnen und Bürger. Neben einem Krankenhaus der Grundversorgung wird es ein umfassendes Angebot an ärztlichen, therapeutischen und pflegerischen Leistungen geben.
Ein bedeutender Schritt für die medizinische Versorgung in der Region ist vollzogen: Am 12. Juni dieses Jahres wurden die finalen Verträge zur Fusion von Klinikum Stadt Soest und Marienkrankenhaus Soest unterzeichnet und notariell beurkundet. Inzwischen ist die Fusion der beiden Soester Krankenhäuser vollzogen: Aus dem Marienkrankenhaus Soest und dem Klinikum Stadt Soest wurde das Christliche Klinikum Soest (CKS). Zentralisierungen von medizinischen Angeboten werden ab Herbst erfolgen.
Südwestsachsen steht, wie viele andere Regionen auch, vor signifikanten Herausforderungen: demografischer Wandel, Fachkräftemangel, steigende Gesundheitskosten und die Notwendigkeit der Integration innovativer Technologien in die Patientenversorgung. Die demografische Entwicklung bis zum Jahr 2030 offenbart zudem in Bezug auf die Bevölkerungsdynamik signifikante Unterschiede zwischen urbanen Zentren wie Dresden und Leipzig einerseits und der Region Südwestsachsen andererseits, zu der die Landkreise Vogtland, Erzgebirge, Mittelsachsen, Zwickau sowie die kreisfreie Stadt Chemnitz gehören.
Zum 2. Mai 2025 hat die Sana Kliniken AG die Muldentalkliniken-Gruppe mit den Standorten in Grimma und Wurzen sowie die Servicegesellschaft Muldental gGmbH und die Soziale Dienste Muldental gGmbH übernommen. Über 800 Mitarbeitende versorgen an den beiden Akutkliniken mit über 290 Planbetten und dem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) mit drei Standorten und zwölf Arztsitzen 43.000 Patientinnen und Patienten jährlich. Mit der Übernahme entsteht ein leistungsfähiger Medizinverbund im Landkreis Leipzig, der die vier Klinikstandorte in Borna, Zwenkau, Grimma und Wurzen verbindet und darüber hinaus langfristig sichert und weiterentwickelt.
Im Dezember 2022 haben der Auricher Kreistag und der Emder Rat die Fusion der beiden bisherigen Klinikgesellschaften Ubbo-Emmius-Klinik gGmbH und Klinikum Emden gGmbH mit der Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden mbH beschlossen. In seiner Sitzung Ende März 2025 hat der Aufsichtsrat der Trägergesellschaft dann den neuen gemeinsamen Namen für die Klinikgesellschaften bestätigt, der bereits im Hinblick auf die Zentralklinik gewählt wurde. Ab 2026 firmieren die Kliniken in Aurich, Emden und Norden unter dem Namen „Zentralklinik Ostfriesische Meere gGmbH“.
Das Brüderkrankenhaus St. Josef und das Ev. Krankenhaus St. Johannisstift sind zum Christlichen Klinikum Paderborn fusioniert. Darüber freuen sich Julia Wieland, Siegfried Rörig und Martin Wolf aus der Geschäftsführung, PD Dr. Torsten Meier als Ärztlicher Direktor und Daniela Siedhoff, stellvertretende Pflegedirektorin (v.l.).
Das Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) wird die Strukturen der Krankenhauslandschaft in Deutschland sowie die Strukturen der Krankenhäuser selbst deutlich verändern. Ob es sein Ziel erreicht, die flächendeckende Versorgung zu sichern und eine hochwertige Qualität der medizinischen Versorgung zukunftsfest zu gestalten, wird sich in der Umsetzung in den kommenden Jahren noch erweisen.
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